Fußball-Abenteuer in den USA Begeistert von einer „super Sache“

Jonas Lindner im Trikot der Monmouth Hawks. Foto: red

Der 22-jährige Bayernligafußballer Jonas Lindner aus Auerbach absolviert ein Fußball-Stipendium in Amerika und hat es nicht bereut

Auerbach - Via Skype schwärmt der junge Oberpfälzer im Interview von den Vorzügen seines derzeitigen Lebens. Er absolviert ein Stipendium von der Monmouth University in West Long Branch/New Jersey.

Geboren wurde Jonas Lindner 1998 in Eschenbach. Durch seinen Vater Peter kam er schon in jungen Jahren zum Fußball. Bis zu den B-Junioren spielte er beim SV 08 Auerbach, bis er zur SpVgg Bayreuth in die U19-Landesliga wechselte. Nach zwei Spielen in der Regionalligamannschaft der „Oldstod“ wechselte er in die Bayernliga Nord zur DJK Gebenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Schon zu Bayreuther Zeiten hatte eine Agentur mit Sitz in München bei ihm angefragt. „Doch da wollte ich noch nicht weg“, sagt Lindner heute. Denn nach seinem Abitur am Gymnasium in Eschenbach absolvierte er gerade sein BWL-Studium mit Bachelor-Abschluss in Bayreuth. „Mir war wichtig, in Deutschland meinen Bachelor fertigzumachen.“

Nun, mit 22 Jahren, kam die Agentur wieder auf Lindner zu und fragte an, ob er sich vorstellen könne, in den USA zu studieren und gleichzeitig Soccer zu spielen. „So ein Angebot kann man doch nicht ablehnen“, meint er im Nachhinein. Und so ging es am 23. Januar mit dem Flieger nach New Jersey. Mit an Bord: ein deutscher Kommilitone aus Landshut, der bereits ein Jahr an der Universität war und Lindner nur Gutes erzählen konnte.

Vorher hatte Jonas Lindner bereits ein Semester online an der Uni studiert. „Studieren und Fußball spielen, das ist eine super Sache. Hier in den USA wird dies vollkommen aufeinander abgestimmt“, findet er. Für ihn war es am Anfang etwas schwierig mit der Sprache. „Mein Englisch war ordentlich, aber nicht das Beste“, gesteht Lindner. „Aber nach eineinhalb, zwei Wochen habe ich mich eingelebt.“ In seinem Team kicken neben seinem deutschen Kollegen noch zwei Spieler aus Ghana, einer aus Costa Rica, ein Norweger, ein Däne und ein Schotte. Der Rest sind US-Amerikaner. „Das Umfeld der Unimannschaft ist sehr professionell aufgebaut“, sagt Jonas Lindner. „Ich wurde komplett ausgestattet, Jacken, Trainingsanzüge, Fußballschuhe, alles wurde gestellt“. Auch von der Corona-Pandemie spürt er nicht viel: „Ich kam aus dem Lockdown in Deutschland in die USA und hier war alles offen.“ Nur auf dem Campusgelände und in der Universität besteht Maskenpflicht, die allerdings von der Campus-Polizei streng kontrolliert werde.

Bars, Restaurants, Fitnessstudios: alles ist geöffnet. Damit er diese Angebote auch nutzen kann, hat er einmal die Woche frei. „Ansonsten haben wir jeden Tag um 11.30 Uhr Training, danach gibt es ein gemeinsames Mittagessen“, berichtet der Student. Danach schwärmt er von der „Recovery“, also Eisbäder, Massagen oder Wärmebehandlung. „Dazwischen mache ich noch etwas für die Uni. Wir haben Athletiktrainer, Fitnesstrainer, Fitnessstudio, hier ist alles unglaublich professionell“, schwärmt der Oberpfälzer.

Die Spiele der Unimannschaft Monmouth Hawks sind immer am Donnerstag und am Sonntag. Das sportliche Niveau sieht er wie in der Bayernliga bei Gebenbach. Es wird nur athletischer gespielt. „Auch kann man durchgehend wechseln, also nicht nur fünf Mal“, erzählt der Fußballer. Der einzige Nachteil: die mangelnde Erfahrung im Team. Lindner ist mit seinen 22 Lenzen schon einer der Ältesten in der Mannschaft. Da die Scouts vor der Saison die Spieler gezielt für die einzelnen Positionen aussuchen, spielt Jonas Lindner auch auf seiner Position im defensiven Mittelfeld.

Von den bisher angesetzten fünf Spielen sind zwei ausgefallen. Eine Partie haben die Hawks gewonnen, eine nach Golden Goal verloren und das dritte Unentschieden gespielt. Zu den Spielen war die Mannschaft bis zu vier Stunden unterwegs. „Beim nächsten Spiel sind es sogar drei Tage mit einer Zwischenübernachtung“, erzählt Jonas Lindner.

Im Dezember kehrt Lindner wieder zurück. Bis dahin gelte seine Spielberechtigung für die USA und dann sei er auch mit seinem Master fertig. Da der Spielerpass noch bei der DJK Gebenbach liege, werde sein bisheriger Verein auch der erste Ansprechpartner sein. „Wie es aber dann aussieht, werden wir sehen.“

Auf die Frage, was ihm am meisten fehlt in den Staaten, ist seine Antwort eindeutig: „Meine Familie, meine Freundin und meine Freunde. Und das deutsche Essen“, fügt er lachend an. Ich esse unheimlich gerne Schwarzbrot. Vor allem das von meiner Mutter, das sie immer selbst backt. Hier essen alle Weißbrot.“ Er fühle sich aber dennoch sehr wohl, „es herrscht eine super Kameradschaft, es gibt super Unterkünfte und wir haben nur fünf Minuten bis zum Strand. “

Auf die Frage, ob er diese Verbindung zwischen Studium und Sport weiterempfehlen würde, hat er eine klare Antwort: „Ja. Es ist eine super Sache, ich würde es jedem raten, der so ein Angebot bekommt.“ Man lerne hier unter professionellen Bedingungen für sein Studium und für den Sport gleichzeitig. „Für mich war es die richtige Entscheidung“, sagt Jonas Lindner.

 

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