Fund in Jerusalem Archäologen entdecken größten Damm des alten Israel

Markus Brauer/KNA

Monumentaler Fund bei Jerusalem: Archäologen haben den ältesten bekannten Damm Israels aufgespürt. Die antike Staumauer diente laut den Forschern einem doppelten Zweck.

Vor rund 2800 Jahren bauten die Herrscher Jerusalems einen massiven Damm, um die Wasserversorgung der Stadt zu gewährleisten Foto: Israelische Alterumsbehörde

Israelische Archäologen haben in der Davidstadt südlich der Jerusalemer Altstadt den bislang größten und ältesten bekannten Damm des biblischen Israel freigelegt. Die monumentale Staumauer stammt nach Mitteilung der israelischen Antikenbehörde aus dem späten 9. Jahrhundert v. Chr., etwa aus den Jahren 805 bis 795.

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Bei dem Damm, der Teil eines größeren Wassersystems ist, handelt es sich demnach um ein rund 12 Meter hohes und acht Meter breites Bauwerk, das im Bereich des antiken Schiloach-Teichs gefunden wurde. Seine freigelegte Länge beträgt den Angaben zufolge 21 Meter.

Kreative Reaktion auf frühe Klimakrisen

Die Forscher gehen davon aus, dass es dem Aufstauen von Wasser diente und sowohl Wasserknappheit als auch Überschwemmungen vorbeugen sollte. Damit sei der Damm eine kreative Reaktion auf damalige Klimakrisen.

Die Wassersysteme spiegelten „eine umfassende Stadtplanung zur Verwaltung der Wasserversorgung Jerusalems bereits im späten 9. Jahrhundert vor Christus wider – ein klarer Beweis für die Macht und Raffinesse der Stadt“, heißt es seitens der Alterumsbehörde.

Hiskia-Tunnel und Siloah-Teich

Vom Aufwand, den die Herrscher Jerusalems mit Blick auf die Wasserversorgung betrieben, zeugt auch der ein Jahrhundert später entstandene Hiskia-Tunnel (Hezekiah’s Tunnel). Er leitete Wasser von der Gihon-Quelle in den Siloah-Teich und stellte damit die Versorgung auch unter Belagerung sicher.

Der Pool von Siloah in Jerusalem um 1890, Foto: Imago/H. Tschanz-Hofmann
Der Hiskia-Tunnel heute. Foto: Imago/BE&W
Der kurvige Tunnel hat eine Gesamtlänge von 533 Metern. Er beginnt bei der Gihonquelle (auch Gichonquelle) in Jerusalem. Sie ist die einzige Ganzjahresquelle der Stadt. Foto: Imago/Dreamstime

In dieses Sammelbecken wurde das Wasser der am Ostfuß des Berges Zion gelegenen Gihonquelle geleitet und so die Wasserversorgung Jerusalems sicherstellte.

Der Hiskija-Tunnel wiederum ist eine unterirdische Wasserleitung aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. in Jerusalem. Der über 500 Meter lange Tunnel führte das Wasser der Gihonquelle in den Teich von Siloah.