Fun Run Bayreuth läuft, Bayreuth feiert

Ein Humpen alkoholfreies Bier ist für die Sieger beim Fun Run obligatorisch. Elvira Flurschütz (links) bekam ihn auch, 10-km-Gewinnerin Hannah Kadner war schon vorher an der Reihe gewesen. Foto: Peter Kolb

LEICHTATHLETIK. Altgewohnte, aber auch ein paar neue Gesichter bei den Siegern, viele Wiederholungstäter in Laufschuhen, großer Spaß auf und neben der Strecke durch die ganze Stadt, Gewimmel, Getrommel und Geschrei – der Fun Run bewegte sich auch in seiner 17. Auflage in gewohnt-erfolgreichen Bahnen.

Bayreuth lief, und Bayreuth feierte die Läufer, mit rund 3900 waren am Sonntag vor den Toren der Brauerei Maisel so viele am Start wie nie zuvor, angefeuert von ungezählten Zuschauern am Rande der 10-km-Runde.

Die Schnellsten ernteten Ruhm und Pokale, die meisten anderen ernteten immerhin ein gutes Gewissen, etwas für ihre Fitness getan zu haben, und die Bestätigung, dass sich Training lohnt. So schnell wie Goytom Maru, der den Halbmarathon (21,1 km) in 1:14:27 Stunden zurücklegte, oder Elvira Flurschütz, die bei den Frauen in 1:23:59 siegte, muss man ja gar nicht sein…

Auf der halb so langen Distanz rannten mit der Bayreuth-Studentin Hannah Kadner (40:49 Minuten) und Dennis Gerhard (Team Medi & CEP/35:39) zwei Lokalmatadore vorneweg. Im zum zweiten Male ausgetragenen Fitnesslauf über rund fünf Kilometer waren mit Enrico Kuhn (16:00) von der Mali Crew und Jennifer Hönicke (18:41) von der BTS ebenfalls Angehörige Bayreuther Klubs erfolgreich.

„Lieber werde ich Zweite hinter einer fitten Anne Haug, als auf diese Weise zu siegen“, zeigte die für den SC Kemmern startende Bindlacherin Flurschütz Mitleid mit der Weltklasse-Triathletin, die – wie gemeldet – kurzfristig wegen einer Beinverletzung abgesagt hatte. Haug war dennoch vor Ort und gab wie später auch Ex-Eishockey-Ass Sebastian Mayer und Basketball-Nationalspieler Bastian Doreth („Die Veranstaltung ist ein Aushängeschild für die Stadt“) das Startkommando für die große Läuferschar.

„Für mich war es ein Tempotest im Hinblick auf den Triathlon im Kraichgau nächste Woche“, berichtete Elvira Flurschütz, die beim Fun Run zum dritten Male vorn lag. „Und die Zeit ist okay.“ Sommer-Höhepunkt wird für sie der Triathlon in Hamburg sein.

Anne Haug hatte etwas gehadert: „Zweimal in Folge in meiner Heimat in Bayreuth zu starten, scheint mir nicht vergönnt zu sein. Dabei wäre es so toll gewesen, hier zu laufen, wo man vom Publikum förmlich getragen wird.“ Virtuell freilich lief sie doch mit auf der „anspruchsvollen Strecke, die nicht ganz flach ist und teilweise über Kopfsteinpflaster geht“, hatte sie doch vor einem Jahr in 1:16:20 Stunden alle Konkurrenten, auch die männlichen, hinter sich gelassen. Das Maß also war festgelegt, Goytom Maru, als Flüchtling aus Eritrea knapp zwei Jahre in Deutschland, nahm die Herausforderung an und unterbot die Marke um fast zwei Minuten. Im Ziel lag er 40 Sekunden vor David Gärtlein (Team GWZ Bayreuth), der bei Halbzeit noch mit dem Nordafrikaner Schritt gehalten hatte. Christian Zöllner vom SV Bayreuth (1:17:24) belegte Rang drei. Maru setzte eine Serie von Erfolgen fort – unter anderem war er beim Fränkische-Schweiz-Marathon 2018 Schnellster auf dieser Distanz – und bestätigte im Ziel Anne Haugs Worte: „Man wird in Bayreuth wirklich vom Publikum getragen; dafür möchte ich mich herzlich bedanken.“

Über die anderen Laufwettbewerbe berichten wir in unserer gedruckten Ausgabe am Montag.

 

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