3. Pegnitzer Suppentag 1300 Euro für "Menschen in Not"

PEGNITZ. Steinpilzsuppe mit Schmelzkäse auf russische Art, aber auch Mullygatowny Soup, die Suppe, die die meisten aus dem Silvesterklassiker Dinner for one kennen, Pichelsteiner Eintopf oder Gulaschsuppe. Zehn Suppen gehen beim dritten Suppentag im evangelischen Gemeindehaus weg wie die berühmten warmen Semmeln. Der Erlös von 1300 Euro geht an die Kurier-Stiftung „Menschen in Not“.

Keiner freut sich mehr darüber als Dekan Gerhard Schoenauer, der von den vielen Löchern spricht, die das soziale Netz inzwischen hat. Die 80-jährige Waltraud Hartmann aus Pegnitz und Klara Klaba, 83 Jahre alt, aus Trockau, sind diesmal etwas früher gekommen. „Im vergangenen Jahr haben wir keinen Platz mehr gekriegt,“ erinnert sich Hartmann. Und das soll ihnen kein zweites Mal passieren. Sie kommen gerne hierher. „Man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe,“ meint sie. „Man tut was Gutes und muss nicht zu Mittag kochen.“

Großartiges Team

Von einer „tollen Bandbreite“ spricht auch Christina Wellhöfer, Vorsitzende des Arbeitskreises Unser Pegnitz. Fünf vegetarische Suppen wurden angeboten und fünf Suppen mit Fleisch. Ein großartiges Team habe hier zusammenarbeitet, sagt sie und lobt ihre Mitglieder und die Kurier Marketingabteilung. „Die Köche spenden ja nicht nur die Lebensmittel, sondern auch ihre Zeit.“

Reichlich zulangen

Kurier-Geschäftsführer Serge Schäfers bedankt sich beim Hausherrn und ermuntert die Gäste, reichlich zuzulangen. „Essen Sie heute viel. Jeder Cent fließt dem guten Zweck zu.“ Für die Wohltätigkeitsaktion bedankt sich Bürgermeister Uwe Raab, selbst bekennender Suppenfan, beim Kurier. „Es ist gut, wenn die Medien ein Zeichen setzen.“ Gerne habe man sich für diese Aktion geöffnet, sagt auch Dekan Gerhard Schoenauer, der viel erzählen kann von menschlichen Schicksalen und Nöten, von Stromsperrungen für eine junge Familie, wenn das Geld hinten und vorne nicht reicht. In den steigenden Geräuschpegel der Suppenausgabe hinein sagt er: „Danken wir Gott, dass wir satt werden können. Viele können es nicht.“

Leichte Schärfe

An den zehn Ausgabestellen geht es inzwischen hoch her. Anna Späth, angehende Köchin im dritten Lehrjahr, zeichnet gemeinsam mit anderen Auszubildenden für die Curry-Kokosnusssuppe mit Hühnchen verantwortlich. „Sie hat eine leichte Schärfe,“ sagt sie. „Wir wollten mal was anderes bieten.“

Gut bedient

Den Pichelsteiner Eintopf des Brigittenheimes hat diesmal Stefan Siewert gekocht. „Ein typisches Herbstgericht,“ sagt Gabriele Schmidt, die den deftigen Eintopf austeilt. „Schmeckt wie bei Muttern.“ Reichlich Steinpilze und Maronen, aber auch Rindfleisch sind in der herbstlichen Gemüsesuppe von Wellhöfers Weinladen. Und wer es vegetarisch haben will, ist bei der Minestrone von La Romantica oder der Kirchererbsensuppe, serviert mit Bröckla und Schmand vom Unterstützerkreis Pegnitz gut bedient.

Große Nachfrage

Aus dem Café Otto kommt Steinpilzsuppe mit Schmelzkäse – der Topf ist in kürzester Zeit geleert – und ein russischer Borschtsch. Kerstin und Werner Schiller bringen Handfestes mit: Gulaschsuppe. „Die Nachfrage in der Metzgerei ist da sehr groß,“ sagt Kerstin Schiller. Mit der mexikanischen Feuerbohnensuppe von Hilde Sonntag und einer Kartoffel-Erbsensuppe auf indische Art aus dem Restaurant Maharani schließt sich der Kreis. Brot und Brötchen aus der Bäckerei Schorner werden dazu gereicht.

Am meisten Pfiff

Viele lassen sich sogar zwei Suppen schmecken, wie Hermann Förster, dem es wichtig ist, auch einfach mal wieder unter die Leute zu kommen. Oder wie Elisabeth und Georg Müllner aus Thurndorf, die extra nach Pegnitz gefahren sind. Hermann Förster hat inzwischen eine Mullygatowny Suppe vor sich stehen. „Die hat am meisten Pfiff gehabt,“ urteilt Georg Müllner.

 

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