Für Betroffene im Kreis Kulmbach Demenz: Apotheken starten Pilotprojekt für Kranke

Redaktion
Demenzkranke können besonders viel Zuspruch gut gebrauchen. Foto: dpa/Bernd Thissen

Demenzkranke und deren Angehörige können Hilfe von allen Seiten gebrauchen. Kulmbacher Apotheken wollen deshalb Anlaufstelle und Berater zugleich sein. Deshalb startet hier nun ein besonderes Projekt.

Kulmbach - In den Landkreisen Kulmbach und Kronach startet das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“. Sieben Apotheken bieten unterstützende Beratung für Menschen mit Demenzerkrankung und deren Angehörige an.

Dr. Hans-Peter Hubmann, Apotheker und Pressesprecher der Apotheken im Landkreis, erachtet vor allem die enge Kundenbindung als vorteilhaft: „Gerade bei einer Demenz-Erkrankung sind die Wohnortnähe der Apotheken und das Vertrauensverhältnis zu den Menschen ein großer Vorteil. Die Patienten und sowie ihre Angehörigen können sich mit ihren Fragen an uns wenden, wir unterstützen mit fachspezifischer Beratung und geben somit ein wenig Sicherheit zurück.“ Apotheker Dr. Edgar Gräf vom Qualitätszirkel Pharmazeutische Betreuung in Kulmbach erklärt: „Die Apotheke fungiert als Vermittler und Lotse im Netzwerk Demenz, in dem verschiedene lokale Partner kooperieren.“

Landrat Klaus Peter Söllner freut sich über das neue gewinnbringende Netzwerk der „Demenzfreundlichen Apotheken“: „Für uns steht die Sicherung der medizinischen Versorgung auf dem Land stark im Fokus. Hierbei spielen auch unsere regionalen Apotheken eine wichtige Rolle, um gerade ältere Menschen zu beraten.“ Über das Netzwerk der „Gesundheitsregionplus Kulmbach“ arbeite man bereits eng zusammen.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken regte das Projekt „Demenzfreundliche Apotheken“ in der Regionen Kulmbach und Kronach an. Ihr Ziel ist es, neue Strukturen für Betroffene auf- beziehungsweise bestehende Strukturen auszubauen und die Apotheken mit den verschiedenen anderen lokalen Partnern im Netzwerk für Menschen mit Demenz zu verbinden. In naher Zukunft sollen flächendeckend „Demenzfreundliche Apotheken“ auch in anderen oberfränkischen Landkreisen und Städten entstehen. Das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ startete im Jahr 2014 in Augsburg. Fortgesetzt wurde es im Sommer 2019 in Stadt und Landkreis Fürth sowie in der Region Weilheim-Schongau/Landsberg am Lech. Daraufhin wurden Apotheken in weiteren Städten und Landkreisen aktiv. Mit den Landkreisen Kulmbach und Kronach nehmen aktuell Apotheken in 15 Städten und 20 Landkreisen teil. Die teilnehmenden Apotheken in der Region:

Apotheke im Fritz, Fritz-Hornschuch-Straße 9, Obere Apotheke, Obere Stadt 2, Sonnenstern-Apotheke, Am Goldenen Feld 1, Stadtpark-Apotheke, Hardenbergstraße 30, Stern-Apotheke, Melkendorfer Straße . 9, Main-Apotheke OHG, Lanzendorfer Straße 3, Himmelkron sowie die Stadt-Apotheke, Hauptstraße 45, in Teuschnitz.

Die Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK) vertritt mehr als 15 000 Apotheker in ganz Bayern. Die Mitglieder sind vor allem in öffentlichen Apotheken, in Krankenhäusern, in der Industrie sowie in Wissenschaft und Forschung tätig. red

 

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