Fünf Tipps zum Umgang mit Igel Experten warnen: Finger weg vom Igel

Von Tobias Köpplinger

Hecken, Büsche, Laubhaufen: Igel lieben den Herbst. Sie finden Nahrung und Unterschlupf und bereiten sich auf den Winterschlaf vor. Wer jetzt Igel mit ins Haus nimmt, der stört meist. Fünf Regeln, die Sie im Umgang mit Igeln beachten sollten.

Ein Igel auf Nahrungssuche. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Im Garten: Peter Ille vom Bund Naturschutz in Bayreuth rät, Gärten igelfreundlich zu gestalten. Zum Beispiel durch einheimische Sträucher und Pflanzen. „Die kennt der Igel“, sagt Ille. Laubbäume böten sich an. Das wäre eine langfristige Strategie. Die kurzfristige: Laub aus dem Garten unter Sträucher kehren. So dass die Äste unter dem Laub das Gerüst für den Winterbau bilden. Gesunde Igel verbringen die nahrungsarme Winterzeit im frostsicheren Winternest. Und der positive Nebeneffekt: Das Laub dient den Pflanzen als Dünger.

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Im Haus: Peter Ille vom Bund Naturschutz in Bayreuth wird schnell deutlich: „Igel am besten gar nicht ins Haus holen.“ Jedenfalls nicht jetzt. Die Temperaturen im Oktober sind mild, die Tiere finden ausreichend Nahrung.“Die fressen sich jetzt gerade ihren Winterspeck an“, sagt Ille. Und außerdem: „Igel gibt’s schon viel länger als den Menschen und die sind zurecht gekommen.“ So ähnlich sagt das auch Ivonne Schug vom Tierheim in Bayreuth. Viel Laub, den Rest mache der Igel. „Bei uns rufen jetzt viele Leute an, die wissen wollen, was sie mit den Igeln machen sollen.“ Auch ihr Rat: Finger weg. Und der Tierschutzbund teilt mit: „Die besten Überlebenschancen haben gesunde und gutgenährte Tiere immer noch in der freien Natur.“

Im Winter: So lange kein Schnee liegt, finden die Igel Nahrung: Fallobst, Würmer, Käfer. Ivonne Schug aus dem Tierheim sagt, bei Frost und Schnee könnten besorgte Tierfreunde etwas Katzenfutter in den Garten stellen. „Keinesfalls Milch, das ist schädlich.“ Der Tierschutzbund schreibt: „Das sicher gut gemeinte Schälchen warme Milch am Morgen kann dem Igel den Tod bringen.“ Der Rat: Nur sichtbar geschwächte, verletzte, kranke Tiere und offensichtlich verwaiste Jungtiere sind auf Hilfe angewiesen, heißt es vom Tierschutzbund. Alle anderen kommen alleine zurecht.

Das Gewicht: Eine ausschlaggebende Rolle spielt das Gewicht. Jungigel, die im November deutlich weniger als 500 Gramm wiegen, haben ohne Zufütterung kaum eine Aussicht, das nächste Frühjahr zu erleben. Ivonne Schug vom Tierheim sagt, 400 Gramm sei die magische Grenze. „Ab da sollte man zum Tierarzt gehen.“ Peter Ille sagt, kritisch werde es, wenn 200 Gramm unterschritten werden.

Hilfe: Tierschutzbund  und Bund Naturschutz haben Informationen rund um den Igel zusammengestellt. Außerdem helfen Igelverein  und die Initiative pro Igel  weiter. In Oberkotzau bei Hof gibt es die Igelfreunde Oberfranken Tel. 09286/1891.