Fünf Millionen Tierquäler

Von Uwe Renners
Ein Angler sitzt bei strahlendem Sonnenschein am Wasser. Foto: Marijan Murat/dpa Foto: red

Tierschutz ist ein wichtiges Ziel, eine Organisation schießt aber seit Jahren weit über das Ziel hinaus: Peta.

Zahlreiche Organisationen wie der Nabu oder der BUND versuchen seit Jahren, Missstände öffentlich zu machen, darüber zu diskutieren und mit der Politik, Landwirten und Verbrauchern zu reden und nach vernünftigen Lösungen zu suchen, wie den Tieren, die auf unseren Tellern landen, ein artgerechtes Leben ermöglicht werden kann. Das ist richtig und sinnvoll.

Angeln als "Verstoß gegen das Tierschutzgesetz"

Peta klinkt sich aus der sachlichen Diskussion allerdings seit Jahren aus. Die Tierrechtsorganisation, wie sie sich selber nennt, fordert, auf den Verzehr von Fleisch komplett zu verzichten. Sie will nicht nur die Jagd verbieten, sondern auch rund fünf Millionen Freizeitanglern in Deutschland ihr Hobby nehmen. Für Peta sind es alles Tierquäler. In der vergangenen Woche hat sie alle erwachsenen Teilnehmer eines Schnupperangelns für Kinder in Reuth bei Erbendorf angezeigt. Die Tiere seien ohne berechtigten Grund getötet worden. Dies sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Anzeigen gegen Landwirte, Jäger und Angler

Offensichtlich ist eine komplette Abteilung bei Peta damit beauftragt, Medienberichte zu durchsuchen, um dann gezielt Anzeigen gegen Landwirte, Jäger und Angler in ganz Deutschland zu erstatten und diese öffentlich zu denunzieren. Dass der Großteil der Anzeigen, es müssen bereits einige Tausende sein, schon bei der ersten Prüfung in die Papierkörbe der Staatsanwaltschaften wandern, interessiert sie nicht.

Es geht um Spenden

Der „Tierrechtsorganisation“ ist nichts zu dumm, um auf sich aufmerksam zu machen und ihre Parolen zu verbreiten. Die sind ausschließlich dafür da, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, um die Ziele der Organisation bekanntzumachen – und um Spendengelder einzusammeln. Die Stiftung Warentest hat der Organisation vor einiger Zeit kein gutes Zeugnis ausgestellt. Peta arbeite unwirtschaftlich, hieß es damals. Die Prüfer bemängelten unzureichende Transparenz.

Peta-Slogan: "Angler haben kurze Ruten"

Und die Methoden sind meist unter der Gürtellinie. In Sachen Angler gibt es eine Kampagne: „Angler haben kurze Ruten.“ Laut Peta haben sie, meist sind es Männer, ein Problem mit ihrer Männlichkeit. Forschungen hätten gezeigt, dass Männer, die sich in ihrer Maskulinität angegriffen fühlen, auf verschiedene Art und Weise versuchen zu beweisen, wie „männlich“ sie sind. „Aus diesem Grund haben wir uns gefragt, ob Männer, die in ihrer Freizeit an nassen Flussufern stehen, um lange Phallusobjekte in der Hand zu halten und Fische zu quälen, vielleicht einen solchen Ausgleich suchen“, schreibt Peta auf ihrer Homepage.

Wie soll jemand so eine Organisation für voll nehmen?

Angelvereine stellen Öffentlichkeitsarbeit ein

Erfolg haben sie trotzdem damit. Viele Angelvereine haben ihre Presseberichterstattung eingestellt, sie haben Angst. Welcher Vorsitzende will schon zur Polizei, um eine Aussage zu machen – egal, wie abstrus der Vorwurf auch ist. Den Teilnehmern des Schnupperangelns in Reuth kann man nur wünschen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft so einen Irrsinn nicht mitmachen und die Anzeige in die Ablage P wie Peta oder Papierkorb schieben. Und da gehört sie auch hin.

uwe.renners@nordbayerischer-kurier.de