Fünf-Euro-Business Regionale Frische im Verkauf

Die Sieger des Fünf-Euro-Business-Wettbewerbs stehen fest: Unser Bild zeigt (von links) Prof. Sebastian Schanz (Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Uni Bayreuth), Alois Kastner-Maresch (Vorstand Living Logic AG), Torsten Geiling (Chefredakteur Nordbayerischer Kurier), die Gewinner Sören Adlung und Erik Domagalla (vendr GbR), Björn Hubert (Leiter Ökonomische Bildung, Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft), Karl-Eugen Scheumann (Geschäftsführer UksM GmbH), Alexander Hennemann (Arbeitgeberverband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, Oberfranken) und Julian Kettl (wissenschaftlicher Mitarbeiter BF/M, Bayreuth). Foto: red

BAYREUTH. Aus dem Fünf-Euro-Business-Wettbewerb an der Universität Bayreuth ist das Team Vendr in diesem Semester als Sieger hervor gegangen. Mit ihrer Abschlusspräsentation überzeugten die Gründer Sören Adlung und Erik Domagalla die Jury.

Das Gewinnerteam erhielt für seine Gründungsidee 800 Euro. Die Zweitplatzierten vom Gemüse-Radl freuten sich über 600 Euro. Das Startkapital für die Gründer beträgt jeweils fünf Euro.

Der Grundgedanke des Wettbewerbs: Die Studenten erhalten ein Semester lang Unterstützung dabei, ein neues Produkt zu entwickeln. Sie können ebenso eine neue Dienstleistung auf den Markt bringen. Dabei werden sie von ihrer Hochschule und Wirtschaftspaten unterstützt. So bekommen sie Einblick in Marketingstrategien und Betriebswirtschaftslehre und lernen, ein Projekt über einen längeren Zeitraum zu entwickeln.

"Tragfähigstes Gesamtkonzept"

Die Vendr GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) beeindruckte die Jury in Bayreuth letztlich am meisten. Mit „Frische Jetzt“ wollen sie Direktvermarktern im Lebensmittelbereich neue Vertriebsmöglichkeiten eröffnen.

Die beiden Gründer Sören Adlung und Erik Domagalla sind Studenten der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Mit ihrer Anwendung (App) und einer Website wollen sie Konsumenten den Einstieg in ein bewussteres und regionales Konsumverhalten erleichtern. „Beide hatten einfach das tragfähigste Gesamtkonzept mit den besten Perspektiven“, stellt Kurier-Chefredakteur und Jury-Mitglied Torsten Geiling fest.

Gemüselieferung per Fahrrad

In der Jury waren zudem Alois Kastner-Maresch, Vorstand Living Logic AG, Sebastian Schanz (Betriebswirtschaftliche Steuerlehre, Uni Bayreuth) und Karl-Eugen Scheumann, Geschäftsführer UksM GmbH (Unternehmenskooperation süddeutscher Möbelhersteller).

Die Zweitplatzierten hatten mit ihrem „Gemüseradl“ ebenfalls eine ansprechende Geschäftsidee. Das Gemüseradl versteht sich als Dienstleister und Lieferdienst. Biomärkte stellen Einkäufe zusammen, die den Kunden nach Hause geliefert werden. Der Transport erfolgt umweltfreundlich und nachhaltig - mit Fahrrädern.

Soziale Aspekte

Das Team von Jonathan Schmidt, Julia Stieler, Victoria Band, Vico Kutz und zwei anderen will das Vorhaben weiterausbauen. Kooperationspartner, die Fahrräder zur Verfügung stellen, seien auch schon gefunden. Im Oktober könnten die ersten Auslieferungen in Zusammenarbeit mit Bio Bio losgehen.

"Die Lieferung von Lebensmitteln ist ein riesiger Markt", sagt Jonathan Schmidt, der Philosophie und Wirtschaft studiert. "Zugleich wollten wir etwas Soziales machen." So könnten Arbeitslose auf Minijobbasis für den Lieferservice eingestellt werden.

3000 Studierende nahmen schon teil

In diesem Jahr beteiligten sich nur vier Teams an dem Wettbewerb. Projektleiterin Julia Rost, beim Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (BBW) für ökonomische Bildung verantwortlich, erklärt sich dies mit der momentanen Vielzahl an Gründerwettbewerben. „Das ist aber nur eine Vermutung“, sagt Rost auf Nachfrage.

Seit 1999 haben rund 3000 Studierende in 900 Gründerteams mitgewirkt. Der Wettbewerb läuft an zehn verschiedenen Hochschulstandorten in Bayern. Auch waren Fünf-Euro-Business-Teams in Regensburg und Kempten am Start.

Im nächsten Semester geht es Rost zufolge nach Passau, Ingolstadt und Nürnberg. Mehr als 4000 Euro Startkapital wurden an die Teams ausbezahlt. Wer möchte, kann noch an einer Gründerwerkstatt teilnehmen.

Und tatsächlich kommt es immer wieder zu Ausgründungen: Zum Beispiel entstanden das Angebot einer Erntebox in Bamberg (2017) oder Campus TV (2003) in Bayreuth.

Der Fünf-Euro-Business ist ein Projekt von BBW und des betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft an der Uni Bayreuth. Hauptförderer sind die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände (bayme vbm).

 

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