Frühschicht legt Arbeit nieder - Forderung nach sechs Prozent mehr Geld Warnstreik bei der Kulmbacher Brauerei

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Für rund zweieinhalb Stunden ging am Mittwoch nichts mehr in der Produktion der Kulmbacher Brauerei. Grund war ein Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufgerufen hatte.

Warnstreik: Mitarbeiter der Frühschicht legten bei der Kulmbacher Brauerei die Arbeit nieder. Foto: NGG Foto: red

50 Beschäftigte und damit nahezu alle Mitarbeiter in der Frühschicht und zum Teil auch der Nachtschicht hätten zwischen 6 und etwa 8.30 Uhr die Arbeit niedergelegt, sagte NGG-Geschaftsführer für Oberfranken, Michael Grundl, dem Kurier: "Da hat alles gestanden, aus der Abfüllerei ist kein Bier rausgegangen."

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Hintergrund sind die derzeit laufenden Tarifverhandlungen für die rund 10.000 Beschäftigten der Brauereien in Bayern, davon laut Grundl rund 1850 in Oberfranken. Die Gewerkschaft fordert eine lineare Lohnerhöhung von 6,0 Prozent sowie pauschal 50 Euro im Monat mehr für die Auszubildenden. Dem steht ein erstes Angebot der Arbeitgeber von 1,6 Prozent mehr Lohn gegenüber.

Hohe Streikbereitschaft

Mit dem Warnstreik bei der Kulmbacher Brauerei und deren Tochter Würzburger Hofbräu, dem bereits am Dienstag Aktionen in Fürth und München vorausgegangen waren, wollte die Gewerkschaft im Vorfeld der heute in Ismaning bei München stattfindenden zweiten Verhandlungsrunde noch einmal Druck auf die Arbeitgeber machen. "Wir wollten zeigen, dass unsere Leute hinter unserer Forderung stehen und auch zu weitergehenden Aktionen bereit sind, wenn es diesmal kein substanziell besseres Angebot gibt", sagte Grundl. Mit dem Warnstreik habe man keinen großen wirtschaftlichen Schaden verursachen, aber klarmachen wollen, dass die Streikbereitschaft hoch ist.

Wie sein Landeschef Freddy Adjan bezeichnete auch Grundl das bisherige Angebot der Arbeitgeber als "indiskutabel". Schließlich laufe es bei den Brauereien gut. "Das geben ja auch die Brauereivorstände zu. Da wollen wir unseren Teil abhaben." Und Adjan sagt: "Schließlich sind die 10.000 Brauereibeschäftigten in Bayern das Fundament dieser sehr guten wirtschaftlichen Situation."

Die Kulmbacher Brauerei wollte keinen Kommentar zum Warnstreik an ihren beiden Standorten abgeben.