Frühlingsfest Frühlingsfest lädt zu Spaß und Vergnügen

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Es wird kräftig gearbeitet auf dem Bayreuther Volksfestgelände, damit bis zur Eröffnung des Frühlingsfestes der Bayreuther Schausteller am Ostersamstag alles reibungslos funktioniert. Foto: Ralf Münch

Zwei Jahre mussten sich die Bayreuther Schausteller gedulden, bis sie wieder ihre Fahrgeschäfte und Imbissbuden öffnen dürfen. Und das tun sie ab Ostersamstag auf dem Bayreuther Frühlingsfest, das sie in Eigenregie wiederbelebt haben. Mit Unterstützung des Oberbürgermeisters.

 
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Die lange Durststrecke hat ein Ende: Von Ostersamstag bis Sonntag, 23. April, lädt die Sektion der Bayreuther Schausteller zum Frühlingsfest auf dem Volksfestplatz ein. Zahlreiche Fahrgeschäfte, Imbissbetriebe mit Biergarten, ein Weindorf und vieles mehr haben die Schausteller aufgeboten, um ihren Besuchern wieder Spaß und Vergnügen zurückzubringen, auf das alle in den in vergangenen zwei Jahren verzichten mussten.

Ein Drittel haben nicht überlebt

„Wir haben die zwei schlimmsten Jahre hinter uns, die wir ohne staatliche Hilfe nicht überlebt hätten“, sagt die Sektionsleiterin Bayreuth des süddeutschen Schaustellerverbands, Gudrun Sommerer. Nur wer über Rücklagen verfügte und hin und wieder die Möglichkeit bekam, sein Geschäft zu öffnen, habe die harte, einkommenslose Zeit überlebt. Ein Drittel der deutschen Schausteller hätte jedoch ihre Betriebe schließen müssen. „Die können nimmer“, sagt Sommerer. Ihre Bayreuther Kolleginnen und Kollegen jedoch habe alle den beruflichen Lockdown überlebt. „Wir sind noch da und wir werden ein richtig tolles Frühlingsfest bieten“, sagt die Sektionsleiterin, die selbst ihren Kindern, die auch Schausteller geworden sind und Kollegen zu Liebe ihren Süßwaren-Verkauf nicht öffnen wird.

Stadt erlässt die Platzmiete

Was Sommerer besonders freut: Der Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung stünden voll und ganz hinter der Idee dieses Frühlingsfestes. Es waren Bayreuther Schausteller, die vor mehr als 50 Jahren das Frühlingsfest ins Leben gerufen haben, erzählt Sommerer. Damit sollte den Schaustellern die Möglichkeit gegeben werden, nach den einkommenslosen Monaten Januar bis März wieder Geld verdienen zu können. Nach der zweijährigen coronabedingten Zwangspause lassen die Schausteller nun diese Frühlingsfest-Tradition wieder aufleben. In eigener Verantwortung und gegen den Willen der Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH (BMTG), die das Frühlingsfest durch ein Herbstfest ersetzt wolle. „Wir haben im Januar mit der Planung begonnen und sie auch Oberbürgermeister Thomas Ebersberger präsentiert. Der war von der Idee begeistert und hat uns in Absprache mit der Verwaltung die Platzmiete erlassen. Trotzdem müssen wir eine hohe fünfstellige Summe investieren“, sagt Sommerer. Auch wenn die Schausteller Platzgebühren an die Bayreuther Sektion zahlen, bleibe noch ein hoher Betrag zu Lasten der Sektionskasse übrig. Der sei es aber wert investiert zu werden, um die Arbeitsplätze und den Fortbestand der Schaustellerbetriebe zu gewährleisten.

Eine Herzensangelegenheit

Auch mit der Frage, ob man angesichts des Krieges in der Ukraine einen Vergnügungsrummel veranstalten dürfe, haben sich die Schausteller im Vorfeld beschäftigt. Und eine Lösung gefunden, wie sie Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind und nun in Bayreuth leben, eine Freude machen können, um für kurze Zeit den Krieg und das Leid zu vergessen. In Zusammenarbeit mit dem Migrationsbeauftragten der Stadt Bayreuth, Ibukun Koussemou, wollen sie 50 ukrainische Familien einladen, um, wie Sommerer, sagt, „ein paar schöne Stunden auf dem Frühlingsfest zu verbringen“. Das sei ihr und allen Schaustellern eine Herzensangelegenheit. Dafür stellen alle Schausteller Gutscheine und Freifahrscheine zur Verfügung, die am Samstag ab 14.30 Uhr an die Familien verteilt werden. „Eine wunderbare Aktion“, sagt Koussemou, „um die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung aufzuheitern und für ein paar Stunden auf andere Gedanken zu bringen.“

Feuerwerk in ukrainischen Farben

Auf Kritik ist hingegen das Vorhaben gestoßen, den Eröffnungstag um 22 Uhr mit einem Feuerwerk abzuschließen. Zu laut und für Menschen, die gerade dem Krieg entfliehen konnten, zu traumatisch, lautete die Begründung. Man wolle aber auch den Feuerwerkern, die wie die Schausteller auch seit vielen Monaten ohne Einkommen sind, die Möglichkeit bieten, wieder arbeiten zu können, sagt Sommerer. Man habe sich deshalb entschieden, nicht nur ein leises Feuerwerk zu veranstalten, sondern dessen Farben auch ausschließlich in blau und gelb zu halten und damit an alle Menschen, die unter diesem furchtbaren Krieg in der Ukraine leiden müssen, zu erinnern.

Die Aufbauarbeiten an den Fahrgeschäften und Imbissständen gehen zügig voran, das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite. Und soll bitte schön auch so bleiben, hofft Sommerer. Schließlich wolle man der Bevölkerung ein schönes Fest bieten. Am besten bei Kaiserwetter.

Info: Das Frühlingsfest wird offiziell am Samstag, 16. April, um 16 Uhr eröffnet.

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