Der Republikanische Club
„Ja, wir waren beide 68er, hatten aber unterschiedliche Meinungen, wie wir Veränderungen in der Gesellschaft erreichen können“, erinnert sich Brückner. Heißler driftete in München in die gewalttätige Szene des Umfeldes der RAF ab. Brückner ging einen anderen Weg: „Ich kämpfte politisch mit gewaltfreien Mitteln für eine Veränderung. Für mich war ein Waffeneinsatz absolut unmöglich.“ Brückner wollte Bewusstsein schaffen, auch mithilfe des Republikanischen Clubs (RC), der im November 1968 in Bayreuth gegründet wurde. Der RC war ein Verein der sogenannten Außerparlamentarischen Opposition, traf sich in Nebenzimmern von Gaststätten. Viele Schüler seien gekommen, hätten über Politik diskutiert. „Unser Schulsystem stinkt!“, hieß es in einem Flugblatt, das Brückner damals herausgab und das er heute noch besitzt. „Kommt zur Diskussion über die Probleme der Schüler zum Republikanischen Club am Samstag, 7. Juni,“, lautete die Einladung auf dem Flugblatt aus dem Jahr 1969. Der RC forderte die Abschaffung des Direktors, Öffentlichkeit aller Lehrerratssitzungen und Zeugniskonferenzen sowie Meinungsfreiheit durch unzensierte Flugblätter und Schülerzeitungen, ein Demonstrations- und Streikrecht sowie die Einführung eines Sexualkundeunterrichts. „Gewählte Volksvertreter unterstützen Völkermord in Vietnam“, lautete eine weitere Kritik in dem Flugblatt. Weiterhin wurde gegen Notstandgesetze und Vorbeugehaft protestiert und dagegen, dass stündlich 2,8 Millionen DM für Rüstung ausgegeben wurden.