Frühere Standortschießanlage wird heute offiziell eröffnet Auf dem Oschenberg fallen bald wieder Schüsse

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Ein grünes Metalltor mit Stacheldraht obendrauf versperrt den Weg, drinnen auf dem umzäunten Gelände ist eine einsame Baracke zu erkennen. Hier liegt die frühere Standortschießanlage Oschenberg, die am Freitag offiziell wieder eröffnet wird.

"Alles noch original", berichtet Hausherr Dieter Wunderlich aus Goldkronach. Er hat das fast fünf Hektar große Areal von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im März 2012 gekauft und es wieder begehbar gemacht - das Unkraut wucherte mannshoch. Der letzte Bundeswehrsoldat hat auf den Schießständen vor neun Jahren geübt, jetzt sollen Jäger, Reservisten und Sportschützen Einzug halten. Doch soweit ist es noch nicht, denn es fehlen noch "bestimmte baurechtliche Genehmigungen", wie es der 66-jährige pensionierte Zahntechnikermeister formuliert. Details will er keine nennen, doch er hofft, dass noch in diesem Jahr mit dem Schießbetrieb begonnen werden kann. Künftig wird nur mit Pistole und halbautomatischen Waffen geschossen, Salven mit Dauerfeuer wird es nicht mehr geben. "Ich hätte geweint, wenn die Anlage kaputtgemacht worden wäre", sagt der Reservist zu den Gründen des Erwerbs. Das Besondere ist ein Schießstand, auf dem man bis zu einer Entfernung von 300 Metern feuern kann. Die nächsten dieser Bahnen sind bei Schleiz in Thüringen und Friedenfels in der Oberpfalz zu finden.

Mit Lärmbelästigungen rechnet Wunderlich nicht. Drei Gutachten hätten übereinstimmend bestätigt, dass es keine Probleme gebe. Der nächste Ort Dressendorf liegt rund 2,5 Kilometer entfernt. "Die Kaliber, die hier geschossen werden sollen, sind nicht besonders laut", versichert der Besitzer. Er muss es wissen, denn als Büchsenmacher baut er Präzisionsgewehre auf individuellen Kundenwunsch.

"Wir waren bei Wind und Wetter hier", erinnert sich Markus Feulner. Er hat als Rekrut bei den "Bayreuther Jägern" 1986/87 hier auf der Standortschießanlage geübt. "Man hatte schon Respekt vor den Waffen", sagt der heute 46-Jährige. "Jeder Schuss musste abgezählt und abgerechnet werden", erinnert sich Feulner. "Wir waren halt an der frischen Luft", meint der Bayreuther über seine Zeit auf dem Oschenberg.

Foto: (Archiv) Lammel

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