Früher gings mit Betten, Kloschüsseln und Sofas den Berg hinab Frankenberger Skitag wegen Schneemangels verschoben

Von Sarah Bernhard

Früher war der Frankenberger Skitag eine Mordsgaudi: Es gab Skirennen, eine Eisbar - und das verrückte Schlittenrennen. Doch heuer fehlt der Schnee. Das vierte Mal in Folge. Liftwart Urban Gräbner und Bürgermeister Manfred Porsch erinnern sich, was die Jugend von heute deshalb verpasst.

2009 fuhren Thorsten Bartelmann, Marco Kaußler, Erich Porsch (von links) beim Skitag vom TSV Kirchenlaibach und dem Geselligkeitsverein Hide Away in einem Bett die Piste hinunter. Foto: red Foto: red

Schon zum vierten Mal klappt es nicht: Der Skitag des TSV Kirchenlaibach und des Frankenberger Geselligkeitsvereins Hide Away wird auch in diesem Jahr nicht zum geplanten Termin stattfinden. „Liegt ja kein Schnee“, sagt Urban Gräbner von Hide Away. Statt an diesem Sonntag wird das Skirennen an irgendeinem anderen Sonntag des Winters stattfinden. Oder ganz ausfallen. So wie in den letzten drei Jahren. „Früher ist der Skitag so oft ausgefallen, wie er jetzt stattfindet“, sagt Gräbner.

Nach der Werbung weiterlesen

Früher, als es noch genügend Schnee gab. Früher, als er, Manfred Porsch und ein paar Freunde beschlossen, dass Speichersdorf ein eigenes Skirennen braucht. Mit Abfahrt und Slalom. Mehr als 30 Jahre ist das her. „Damals gab es sogar eine selbst gebastelte Sprungschanze“, sagt Porsch. „Mehr als 15 Meter haben wir da geschafft, für einen Skihang bei uns ist das schon viel.“

Sofa brach unter Porschs Gewicht

Rund 100 Teilnehmer seien damals jedes Jahr mitgefahren, vom Jugendlichen bis zum Rentner. „Die Stimmung war großartig“, sagt Porsch. Vor allem beim verrückten Schlittenrennen. „Man ist den Hang auf Kloschüsseln runtergefahren, oder in Badewannen. Reifen sowieso. Alles, was irgendwie auf Skier montiert werden konnte, wurde auch montiert.“ Manchmal auch eine Tonne. Oder ein Bett. „Ich bin auch mal auf einem Sofa runtergefahren“, sagt Porsch. „Aber das ist dann zusammengebrochen, aufgrund meines Gewichts.“ Porschs Blick schweift in die Ferne. „Die Stürze waren das Highlight. Jede Schlittenfahrt musste mit einem Sturz oder Überschlag abgeschlossen werden. Das war toll.“

Heute ist das mit den verrückten Gefährten schwieriger. Denn an welchem Sonntag der Skitag stattfindet, entscheidet sich im Zweifel am Mittwoch vorher. Dann, wenn absehbar ist, dass auch am Wochenende noch genügend Schnee liegen wird. „Wenig Zeit, um was Verrücktes zu bauen“, sagt Urban Gräbner.

Und wenig Zeit zur Vorbereitung: In vier Tagen müssen die rund zehn Helfer bei den umliegenden Geschäften kleine Preise einsammeln. Sie müssen Wienerle und Getränke besorgen und eine Schneebar bauen, an der sie sie verkaufen können. Sie müssen die Piste trampeln. Und sie müssen den Lift aufbauen.

Tragbarer Lift steht noch im Keller

Der ist tragbar und steht das Jahr über bei Liftwart Gräbner in der Garage. Eigentlich ist er nur ein Motor mit einem langen Seil, an dem Aluminiumgriffe hängen. „Den haben die Porschs vor 30 Jahren im Skiurlaub gesehen und dann wurde er gleich angeschafft“, sagt Gräbner. „Die Leute mussten nicht mehr zu Fuß nach oben, das hat das Interesse noch viel größer gemacht“, sagt Porsch.

Und es hält bis heute an: Rund 50 Kinder kämen heute zum Skitag, schätzt Gräbner. Wenn er denn stattfände. Doch schon zum vierten Mal klappt es nicht. „Es ist toll, dass Hide Away das bis heute ausrichten will“, sagt Manfred Porsch. „Aber wenn kein Schnee da ist, kann man halt nichts machen.“