Forschungsprojekt aus Oberfranken Ahorntaler Firma entwickelt Strom-Container

Ein Container voller Technik soll E-Autos, Solaranlagen und Stromnetz miteinander verbinden. An dem Forschungsprojekt ist auch ein Unternehmen aus dem Ahorntal beteiligt.

Ein mobiler Batteriespeicher soll unter anderem Elektrofahrzeuge laden und Energie aus deren Batterien wieder für andere Verbraucher nutzbar machen. Foto: red

Ein mobiler Batteriespeicher, der Elektrofahrzeuge nicht nur laden, sondern ihnen auch wieder Energie entnehmen und diese anderweitig zur Verfügung stellen kann: Ein entsprechendes Forschungsprojekt hat die Richter R&W Steuerungstechnik GmbH aus dem Ahorntal gemeinsam mit der Universität Bayreuth und dem Fraunhofer-Institut entwickelt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor.

Nach der Werbung weiterlesen

Vorgestellt wurde das Projekt mit dem Namen „eMobiGrid“ am Dienstag, 29. September, am Fraunhofer-Institut in Erlangen. Nach Angaben von Richter R&W steht der Name für die intelligente bidirektionale Integration der Elektromobilität in das Stromnetz. Herzstück ist ein mit umfangreicher Technik ausgestatteter Abrollcontainer, in dem sich ein Batteriespeicher befindet. Zusätzlich verfügt er über ein Solarmodul.

Strom aus Fahrzeugen wieder nutzbar machen

Die Besonderheit: Mit der entwickelten Technik sollen Fahrzeuge unterschiedlicher Kategorien nicht nur geladen werden können. Energie aus ihren Batterien kann nach Angaben des Unternehmens auch wieder entnommen und an anderer Stelle eingesetzt werden. Der Speicher selbst lässt sich per Plug-and-play an das öffentliche Stromnetz anschließen.

Dadurch könnte der Container beispielsweise bei einem Stromausfall als unterbrechungsfreie Stromversorgung eingesetzt werden. Als mögliche Einsatzbereiche nennt Richter R&W Gewerbebetriebe, Wohnanlagen sowie kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser oder die Wasserversorgung. Neben Solarenergie könne der Speicher auch aus anderen Quellen wie Brennstoffzellen gespeist werden.

System berechnet den benötigten Strom

Die eingesetzte Technik soll zudem berechnen, wie viel Strom die angeschlossenen Verbraucher aktuell benötigen. Dabei würden unter anderem Uhrzeit, Wetterlage und Strompreise berücksichtigt. Das System soll den künftigen Energiebedarf außerdem vorausberechnen können.

Dadurch seien nach Angaben des Unternehmens abhängig von der Jahreszeit Kosteneinsparungen von mehr als acht Prozent möglich. Das Forschungsprojekt wurde über einen Zeitraum von drei Jahren umgesetzt und durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert.

Container ist bislang ein Prototyp

Zur Vorstellung am Dienstag reiste auch die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Claudia Elif Stutz, nach Erlangen. Sie bezeichnete das Projekt laut Pressemitteilung als einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende.

Bislang handelt es sich bei dem Container allerdings um einen Prototyp. Nach Angaben von Richter R&W gibt es bereits Anfragen, auch aus europäischen Nachbarländern. Interesse bestehe unter anderem an einem Einsatz als Energiequelle in Katastrophengebieten. Im nächsten Schritt soll die Containerlösung zur Marktreife gebracht werden.

Unternehmen aus dem Ahorntal beteiligt

Die Richter R&W Steuerungstechnik GmbH mit Sitz im Ahorntal ist nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Jahren an Forschungsprojekten beteiligt. Gemeinsam mit der Universität Bayreuth und dem Fraunhofer-Institut seien verschiedene Prototypen entwickelt und Patente angemeldet worden.

Das Unternehmen sieht in dem aktuellen Projekt auch ein Beispiel für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit in der Region. Richter R&W war bei „eMobiGrid“ als Konsortialführer beteiligt.