Klimawandel macht Hitzewellen extremer
Der menschengemachte Klimawandel verschärft nach Erkenntnissen anderer Klimaforscher die derzeitige Hitzewelle in Frankreich, Deutschland und weiteren Teilen Westeuropas Fachleuten zufolge deutlich. „Das Wettermuster hinter dieser Hitzewelle ist nicht außergewöhnlich“, erklärt Davide Faranda von dem Projekt Climameter.
„Was außergewöhnlich ist, ist, dass der Klimawandel den Temperaturen in Teilen Westeuropas bis zu 4 Grad Celsius hinzugefügt hat.“ Man nähere sich den Grenzen dessen, woran sich Gesellschaften und Ökosysteme anpassen könnten.
2. Juni 2026: 2 bis 4 Grad wärmer als vor 70 Jahren
Für ihre Analyse haben sich die Wissenschaftler Zirkulationsmuster am 22. Juni 2026 angeschaut. Temperaturen seien etwa 2 bis 4 Grad Celsius wärmer, als sie bei ähnlichen meteorologischen Bedingungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen wären. Dass ähnliche Wettermuster heute höhere Temperaturen hervorbrächten, liege an Treibhausgasemissionen.
Die Fachleute listen in ihrer Untersuchung die berechneten Temperaturunterschiede für mehrere Städte in Europa und auch in Deutschland auf:
- Saragossa (Spanien): 4 Grad Celsius heißer
- Mailand (Italien): 3,8 Grad Celsius heißer
- Paris (Frankreich): 2,4 Grad, als es unter ähnlichen Bedingungen noch vor mehreren Jahrzehnten gewesen wäre
- München: Klimawandel treibt die Hitzewelle mit 2,3 Grad Celsius mehr an
- Frankfurt am Main: Unterschied liegt bei etwa 1,7 Grad Celsius
- Köln: 1,6 Grad Celsius heißer
- Berlin: 1,2 Grad Celsius heißer
Die Experten betonen, dass es bereits mehrfach in der Vergangenheit ähnliche Zirkulationsmuster gegeben habe. Nun aber führten sie zu deutlich höheren Temperaturen. Auch verweisen sie darauf, dass Extrem-Hitzeereignisse in Westeuropa bereits deutlich stärker zugenommen haben, als Klimamodelle dies angenommen hatten.