Findiger Mesner Kontaktlos zum Kreuzzeichen

Weihwasser auf „Knopfdruck“ gibt es in der Asamkirche Foto:  

Luitpold Dietl hat für die Asamkirche einen sensorgesteuerten Weihwasserbehälter organisiert

Michelfeld - Corona und die dadurch bedingten Vorschriften machen erfinderisch – auch die katholische Kirche. So gibt es in manchen katholischen Gotteshäusern seit Kurzem kontaktlose Weihwasserspender. Eines der ersten sensorgesteuerten Geräte in der Region steht in der Asamkirche.

In Corona-Zeiten sind die Weihwasserbecken leer. Zu groß ist die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus. Abhilfe leistet da der automatische Weihwasserspender, den Gläubige seit wenigen Tagen in der Michelfelder Kirche benutzen können. Die Idee für diese Innovation kam von Pfarrgemeindemitgliedern, die Umsetzung übernahm Mesner Luitpold Dietl. „Als der Wunsch an uns herangetragen wurde, erkundigte ich mich nach solchen Spendern und ich fand bei unserem Großhändler in Amberg einen entsprechenden Prospekt.“

Wie ein automatischer Seifenspender

„Er funktioniert so ähnlich wie ein automatischer Seifenspender“, erklärt Dietl. Ein Weihwasserbehälter aus Glas ist oben auf den Weihwasserspender aufgesetzt und mit einem Schlauch zum Spender verbunden, wo das Wasser dosiert wird. „Man hält die Hand unter die Öffnung, der Sensor stellt fest, dass die Hand darunter ist und gibt eine kleine Menge Weihwasser ab“, sagt der Mesner. „Der Behälter fasst einen Liter Weihwasser, was bei der derzeitig reduzierten Zahl an Gottesdiensten und Besuchern für einige Wochen reichen sollte.“

Es gebe auch größere Weihwasserspender, die entsprechend teurer seien, aber für die Asamkirche sie der jetzt angeschaffte völlig ausreichend. Kann man Weihwasserspender und Desinfektionsmittelspender verwechseln und sich versehentlich mit Desinfektionsmittel bekreuzigen? „Der Desinfektionsmittelspender ist weiter in Richtung Eingang angebracht und er unterscheidet sich deutlich vom Weihwasserspender. An dem steht auch deutlich in großen Lettern „Weihwasser‘“. Luitpold Dietl freut sich vor allem über eines: Der circa 1500 Euro teure Spender wurde komplett durch Spenden der Gläubigen finanziert. „Die Leute gaben mal zehn, mal 20, mal 50 und einer sogar 250 Euro für das Gerät. Das war schon super.“

Luitpold Dietl ist ein Musterbeispiel für vorbildliches Ehrenamt. Er ist zwar erst seit fünf Jahren Mesner in der Asamkirche – zusammen mit seiner Frau Emilie, die für die Blumen zuständig ist – doch mit dem katholischen Glauben ist er schon von Kindheit an verbunden. „Ich war Ministrant, habe die Lesung gelesen und war schon immer in der Kirche aktiv. Sein ganzes Herzblut legt der Michelfelder in die Kirchenführungen. Seit mehr als 20 Jahren ist er dafür zuständig, hat in all den Jahren schon Tausende Besucher durch die ehemalige Klosterkirche St. Johannes der Evangelist geführt. 47 Führungen waren es 2019, im vergangenen Jahr „wegen Corona leider nur fünf“, bedauert Dietl.

Auch Pfarrer Marek Flasinski ist ganz angetan: „Das ist zum Jubiläum 900 Jahre Pfarrei Michelfeld ein schönes Geschenk in dieser Coronapandemie. Es freut uns, Weihwasser trotz vieler Beschränkungen und Hygienevorschriften in unserer Kirche zu haben. Die Gläubigen erinnern sich, wenn sie das Weihwasser nehmen und sich bekreuzen, an die Heilige Taufe und danken Gott dafür von ganzem Herzen“, erläutert der Pater.

Die Gottesdienste in der Asamkirche im Klosterhof finden trotz der Pandemie regelmäßig statt: unter der Woche am Mittwoch, Freitag und Samstag und am Sonntag um 10.30 Uhr. Wegen der Hygieneschutzmaßnahmen ist dazu eine Anmeldung über das Pfarrbüro erforderlich. Flasinski bedauert, dass es zurzeit keinen Gemeindegesang geben könne, aber die musikalische Gestaltung durch Orgel, Solo- oder Scholagesang durch Sängerensembles gewährleistet sei.

Luitpold Dietl hofft, dass man diese komische Zeit bald überwunden hat und auch in der Kirche wieder alles einigermaßen normal läuft. Aber eines wird wohl noch länger an Corona erinnern: Der sensorgesteuerte Weihwasserspender wird auch nach der Pandemie stehen bleiben.

 

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