Findige TSV-Sportlerfrauen Lächeln auch in komischen Zeiten

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„Tusnelda“, die stumme Büttenrednerin, grüßt die Elbersberger vom Kreisl

Elbersberg - „Gestatten, mein Name ist Tusnelda und ich stehe hier, um euch ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ Wenn die Strohpuppe am Kreisl reden könnte, würde sie wohl genau das sagen. Denn exakt dieses Ziel verfolgten Sonja Spethling und Heidi Büttner von der Frauensportgruppe des TSV, als sie sich vor einigen Wochen daranmachten, die Puppe für dieses besondere Jahr schick zu machen. Dafür bekam die im Fasching seit Jahren bewährte Dame passend zur Situation eine aufgezogene Spritze in den Arm verpasst.

Da steht sie nun seit einigen Tagen, am Kreisl beim Feuerwehrhaus, die Corona-geplagte und doch Optimismus verbreitende stumme Büttenrednerin. Im vergangenen Jahr, als man noch durfte, war sie noch als Cheerleader im Einsatz, und wurde beim Gaudiwurm von den Jecken durch die Luft gewirbelt. Zumindest in Elbersberg dürfte Tusnelda eine kleine Berühmtheit sein: Seit Jahren ist sie vom Faschingszug durch den kleinen Ort nicht wegzudenken, ließen die TSV-Sportlerdamen sie schon in verschiedenste Rollen schlüpfen. „Heuer, wenn jede Faschingsgaudi verboten ist, wollten wir mit dieser Geste wenigstens ein klein bisschen Spaß und Freude verbreiten“, erzählt Heidi Büttner, die zusammen mit ihrer Kollegin Sonja Spethling und ihrem Mann Peter die Puppe „Corona-like“ umgestaltet hat.

„Wir haben uns gedacht, dass Tusnelda am Kreisl, wo viele Autos vorbeifahren, am besten platziert ist“, sagt Büttner. Und in der Tat hätten sie schon beim Aufstellen der Puppe viele lächelnde Autofahrer und Passanten registriert. „Es ist in dieser schweren Zeit wichtig, Zeichen zu setzen“, sagt die Leiterin der TSV-Frauensportgruppe. Die beteiligt sich das ganze Jahr über am Vereinsgeschehen und ist an verschiedensten Aktivitäten beteiligt: Weiberfasching und Faschingsumzug, Kinderfasching, bei den verschiedenen Festen, bei Putzaktion im Sportheim oder beim Kathreintanz.

Auch bei der Aktion der Kerwaleit im Sommer vergangenen Jahres waren die TSV-Frauen natürlich dabei. Damals stellten sie als Zeichen der Solidarität vor allen Wirtshäusern Kerwabäume mit diversen Sprüchen auf. „Man muss irgendwas machen in dieser schweren Zeit und Solidarität ist da ganz wichtig“, sagt Büttner, seit vielen Jahren auch als Büttenrednerin bekannt und beliebt.

Dass bei den TSV-Damen und insbesondere bei Heidi Büttner Solidarität und Vereinsliebe nicht nur theoretische Begriffe sind, bewies sie eindrucksvoll im vergangenen Jahr. Innerhalb weniger Wochen nähte sie 267 Nase-Mund-Masken und veräußerte die Teile in allen möglichen Mustern, Größen und Farben für eine Spende zugunsten des TSV. „Ich habe damals auch Sonderwünsche erfüllt und sogar Masken für Plüschteddys genäht.“ Am Ende der Aktion kamen 1500 Euro für den Verein zusammen. Eine äußerst willkommene Hilfe in Zeiten ohne Einnahmen für den TSV. Das freute natürlich auch die Verantwortlichen: Der beim TSV für die Finanzen zuständige Matthias Schriefer nannte es „eine vorbildliche Tat und ein beispielhaftes Engagement für die Vereinsarbeit“. Ein Teil des Maskenerlöses floss in die Jugendarbeit des 380 Mitglieder starken Vereins.

Zurück zum nicht ganz so ernsten Thema Fasching. Heidi Büttner über ihre Aktion Tusnelda: „Auch wenn der Fasching wie man ihn kennt heuer ausfällt. Den Humor sollte man nicht verlieren und wenn durch unseren Scherz die Menschen wenigstens für einige Augenblicke lächeln, haben Tusnelda und wir unser Ziel erreicht.“

 
 

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