Weimer: Bei Berlinale sind Dinge entgleist
Doch wie verbindlich sind diese Empfehlungen? Als Weimer im Kulturausschuss nach der Krisensitzung dazu befragt wird, antwortet er vage. Er sagt lediglich, bei der diesjährigen Berlinale seien Dinge entgleist. "Wenn Entgleisungen mehrfach passieren, bis hin zu den Ereignissen des letzten Tages, dann sind wir als verantwortliche Aufsichtsräte schon gehalten zu fragen: Moment mal, können wir vielleicht Verfahren finden, Strukturen finden, Hilfestellung bieten, dass das in Zukunft unterbleibt? Und ich glaube, da haben wir jetzt einen Weg dazu gefunden."
CDU-Politikerin Ottilie Klein stellt klar, dass sich die Union einen "Neustart" der Berlinale wünscht und keine Rückkehr zum Status quo. Es sei wichtig, dass Israel-Hass keine Bühne bekomme, schon gar nicht steuerfinanziert, sagt Klein im Kulturausschuss. Der Linken-Abgeordnete David Schliesing hält dagegen: "Palästina-Solidarität ist noch kein Verbrechen." Die große Solidarität für Tuttle aus der Filmbranche und der kritischen Öffentlichkeit habe den "Versuch der politischen Einflussnahme durch die Union zurückgewiesen".
Deutsche Filmakademie: "wichtiges Signal"
Das Präsidium der Deutschen Filmakademie begrüßte die Entscheidung und sprach von einem wichtigen Signal "für das Festival, für die Branche und für die Öffentlichkeit". "Wir vertrauen Tricia Tuttle, dass sie die Berlinale als gesellschaftspolitisch relevantes, unabhängiges und international bedeutendes Festival in die Zukunft führen wird", sagten Schauspielerin Vicky Krieps und Regisseur Florian Gallenberger laut Mitteilung.