Fichtelgebirge unter Wasser Hochwasser statt Winterwunderland

Der Schnee ist geschmolzen, das Wasser sucht sich seinen Weg. Das sieht in vielen Städten und Dörfern im Fichtelgebirge dramatischer aus, als es tatsächlich ist.

Landkreis - Vor einigen Tagen war es noch die weiße Pracht, die die Region in ein Winterwunderland verwandelt hatte. Aus dem vielen Schnee ist mittlerweile nichts als viel Wasser geworden, das die Kösseine und Röslau nun stellenweise überflutet. Wieland Schletz, Kreisbrandrat des Kreisfeuerwehrverbandes Wunsiedel ist aber unbesorgt: „Bis auf einige überschwemmte Keller und einen Baum auf der Straße durch den starken Wind ist nichts Dramatisches passiert.“ Da die Kösseine viele freie Flächen um sich herum habe, seien Überschwemmungen bei viel Regen und Tauwetter zu erwarten. Am Wochenende ist erneut Schneefall gemeldet; wenn dieser wieder zu tauen beginnt, rechnet Wieland Schletz mit erneuten Überschwemmungen.

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Richten wir den Blick in die nahe Oberpfalz, hier ist die Situation in manchen Bereichen etwas schlimmer. So haben der lang anhaltende Regen der vergangenen Tage und die damit einhergehende Schneeschmelze zu einem enormen Anstieg der Kösseine ab dem TSV-Sportgelände geführt. Das Bachbett kann die Wassermassen nicht komplett abtransportieren, und so sind die landwirtschaftlichen Flächen im Bereich der Brücke zum Rosenhammer überflutet. Unter der Brücke sind noch einige Zentimeter Luft. Das angestaute Wasser reicht bis an das letzte bebaute Grundstück in der Mitterteicher Straße.

In Ebnath ließ das Tauwetter die Fichtelnaab in und um Ebnath in der Nacht zum Donnerstag zu einem reißenden Fluss werden. Betroffen war der DJK-Sportplatz, bei dem die Tore buchstäblich unter Wasser standen. Aber auch die Anlieger im Witzlasreuther Weg mussten mit den Wassermassen kämpfen. Die dortige Fichtelnaabbrücke konnte die riesigen Wassermengen fast nicht bewältigen. In diesem Bereich trat das Wasser über die Ufer. Die Bewohner des Witzlasreuther Wegs konnten die Brücke nicht mehr trockenen Fußes überqueren. Sie mussten, wenn sie mit dem Auto die Hauptstraße erreichen wollten, den sogenannten Hochwasserweg Richtung Hermannsreuth benutzen. Selbst ein in der Nähe der Fichtelnaab geparkter Wohnwagen musste vor den Fluten gerettet werden.

Ebenfalls vom Hochwasser betroffen war der Durchlass beim Fahrradweg Richtung Brand: Er stand unter Wasser. Die Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Ebnath sorgten mit einer Pumpe der Feuerwehr wieder für freie Fahrt. sf/OZ/soj