Erneut hat das Architekturbüro Kuchenreuther einen "German Design Award" ins Fichtelgebirge geholt. Nach einem Preis für die Sanierung eines denkmalgeschützten Anwesens in Marktredwitz wurden die Marktredwitzer Planer mit einer "Special Mention-Auszeichnung" für das Infozentrum Epprechtstein in Kirchenlamitz bedacht. "Mit seiner Fassade aus Holz und Glas wirkt der Pavillon modern und einladend. Er fügt sich zugleich harmonisch in die Landschaft ein", urteilte die Jury über das im Mai vergangenen Jahres eröffnete Multifunktionsgebäude.

"Das ist eine große Ehre und ein großes Glück", sagt Architektin Susann Schäfer, die gemeinsam mit Peter Kuchenreuther für die Gestaltung des Infozentrums verantwortlich zeichnet. Am "Vorderen Buchhaus" in Kirchenlamitz, in einem Waldstück gelegen, bildet das Infozentrum Epprechtstein die Erweiterung des bestehenden Areals "Granitlabyrinth Epprechtstein". Es ist ein touristischer Anlaufpunkt am Wander- und Radwegenetz. Dem Infozentrum lag die Idee zugrunde, ein Toilettenhäuschen am Granitlabyrith zu bauen. "Die Idee haben wir weitergedacht und entwickelt", sagt Susann Schäfer. Die Architekten konzentrierten sich auf die Materialien, die auch am Epprechtstein vorkommen: Holz und Granit. Der Neubau aus Holzständerbauweise gliedert sich innerhalb seiner quadratischen Grundfläche in drei Zonen. Die geschlossene Zone dient zur Versorgung. Die verglaste Zone besteht aus dem großzügigen Informations- und Vortragsraum, der sich in Richtung Waldgebiet und Granitlabyrinth öffnet. Mit dem Umgang, der dritten Zone, werden die Gebäudeteile zu einem Ganzen gefasst und ein Unterstand ermöglicht. Gleichzeitig entsteht den Architekten zufolge dadurch eine Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenräumen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung in die bestehende Waldstruktur. "Es handelt sich um einen reinen Holzbau", sagt Architektin Schäfer. "Die vertikalen Holzstelen gliedern sich in die Umgebung ein."

Ein weitere zentrale Rolle spielt der Stein. Der Bodenbelag besteht aus Epprechtsteingranit. "An der Wand machen imposante raumhohe Scheiben den Stein erlebbar", erklärt Susann Schäfer. Auch die Jury des "German Design Awards" honorierte das Konzept: "Das an die hintere Innenwand platzierte Mosaik aus verschiedenen Natursteinplatten ist ein dekorativer Hingucker, der auf diese Weise elegant den Bezug zur Region als eines der großen Zentren der deutschen Natursteinindustrie herstellt."

Ein weiterer Pluspunkt war laut Architektin Susann Schäfer die gute Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Planern und Firmen. "Ich denke, man merkt dem Gebäude auch an, dass das Zusammenspiel gut funktioniert hat", sagt sie.

Für die Stadt Kirchenlamitz hat sich der Epprechtstein mit seinem Granitlabyrinth und dem Infozentrum - gelegen an einem Schnittpunkt mehrerer Wander- und Radwege - zu einem regelrechten Hotspot in Sachen Tourismus entwickelt. Nicht nur das: Die Volkshochschule, Historiker und Geologen, Vereine und Kirchen sowie die Stadt nutzen das Areal gerne für Veranstaltungen. Entsprechend groß ist im Rathaus die Freude über die Auszeichnung. "Wir sind unglaublich stolz auf den Preis", sagt Bürgermeister Thomas Schwarz. "Das Hauptlob aber geht natürlich an das Architekturbüro." Die Zusammenarbeit mit dem Team von Peter Kuchenreuther lag nahe. Hatte die Stadt doch schon das Granitlabyrinth mit dem Marktredwitzer Büro realisiert. "Ich finde, das Gebäude fügt sich sehr harmonisch in seine Umgebung ein", sagt Bürgermeister Schwarz. "Es ist ein in sich ruhender Baukörper. Man läuft auf Granit, drinnen ist es hell, und man fühlt sich angenehm aufgehoben." Außer dem mit bodentiefen Fenstern versehenen Veranstaltungsraum birgt das Infozentrum Sanitärräume für Wanderer, ein Stuhllager sowie eine kleine Küche.

"Das wird alles super angenommen", sagt Thomas Schwarz. Seit Corona würden sogar noch mehr Touristen den Epprechtstein aufsuchen. Allerdings macht es die Pandemie der Stadt gleichzeitig unmöglich, das Infozentrum zu öffnen. "Da blutet einem das Herz", bedauert der Kirchenlamitzer Bürgermeister die aktuelle Situation.

Allerdings können Besucher auch von außen eine Ausstellung des Naturparks Fichtelgebirge betrachten. Und bald wird wohl auch ein kleiner Kubus aus Plexiglas das Infozentrum am Epprechtstein zieren - als Zeichen für die Besucher, dass sie gerade ein prämiertes Bauwerk betreten.