Fichtelberg/Neubau 100 Jahre im Dienst am Nächsten

Auf ein stolzes Jubiläum darf die BRK-Bereitschaft Fichtelberg/Neubau blicken: Vor 100 Jahren wurde sie als dritte Sanitätskolonne im Landkreis gegründet.

Die BRK-Bereitschaft Fichtelberg/Neubau feierte mit Vertretern des Roten Kreuzes sowie der Politik ihr 100-jähriges Bestehen. Dabei wurden langjährige Ehrenamtliche für ihre Dienste geehrt. Im Bild (vorne, von links) die Geehrten Rosemarie Pickert, Beate Kascha, Markus Braun, Stefan Müllinger, Jasmin Braun und Bianca Braun-Trä. Hinten, von links: Sebastian Voit (Bürgermeister Gemeinde Fichtelberg), Peter Herzing (Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes Bayreuth), Josef Markhof (Bereitschaftsleiter BRK-Bereitschaft Fichtelberg), Staatssekretär Martin Schöffel und Mischa Nietfeld (stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter BRK-Kreisverband Bayreuth). Foto: Tobias Schif/BRK-Kreisverband Bayreuth

FICHTELBERG/NEUBAU. 100 Jahre BRK-Bereitschaft Fichtelberg/Neubau feierten die Fichtelberger Rotkreuz-Kameraden gemeinsam mit Mitgliedern, Freunden, Vertretern aus Politik und Gesellschaft sowie Ehrengästen aus dem Bayerischen Roten Kreuz. In festlichem Rahmen wurde auf ein Jahrhundert ehrenamtlichen Engagements, gelebter Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn zurückgeblickt.

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In seiner Festrede würdigte Bereitschaftsleiter Josef Markhof das Engagement und die Verbundenheit seiner Mannschaft: „Was für ein beeindruckendes Jubiläum – ein ganzes Jahrhundert im Dienst am Menschen. Seit der Gründung 1925 gab es hier Menschen, die bereit waren, ihre Zeit, Kraft und ihr Herzblut einzusetzen, um anderen in Not zu helfen. Generationen von Helfern haben mit ihrem Einsatz gezeigt, was Menschlichkeit bedeutet: füreinander da zu sein, wenn es darauf ankommt.“

Initiative des damaligen Ortsarztes Dr. Helldörfer

Markhof erinnerte an die Gründung auf Initiative des damaligen Ortsarztes Dr. Helldörfer, um insbesondere Waldarbeiter, Beschäftigte in Steinbrüchen und Bergstollen sowie Wintersportler schnell medizinisch zu versorgen. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement von Helmut Bodenschatz, Kolonnenführer von 1965 bis 1979. Unter seiner Leitung entstanden das Jugendrotkreuz (1973), die Frauenbereitschaft (1980) und das Kolonnenheim; er initiierte außerdem die Vision einer hauptamtlichen Rettungswache, die 1995 realisiert wurde.

Markhof hob außerdem das anhaltende Engagement der Bereitschaft in vielfältigen Aufgabenbereichen hervor – von Sanitätsdiensten und Katastrophenschutz über die Erste-Hilfe-Ausbildung und Blutspendeaktionen bis hin zu sozialen Diensten und der Betreuung älterer Menschen. Zu den besonderen Einsätzen der vergangenen Jahre zählten das Elbehochwasser 2002, die Durchführung von Corona-Schnelltests in den Jahren 2021 bis 2023, der Transport Geflüchteter aus der Ukraine im Jahr 2022 sowie der Großbrand in Fichtelberg 2025. Die Aufgaben der BRK-Bereitschaft Fichtelberg hätten sich über die Jahre gewandelt – der Grundgedanke blieb derselbe: Hilfe für Menschen in Not.

Die Entwicklung der BRK-Bereitschaft lobte auch Staatssekretär Martin Schöffel und hob das „überragende Engagement“ der Fichtelberger Rot-Kreuzler und ihrer Familien hervor.

Meilenstein für die Versorgung der Bevölkerung

Dankbar und Stolz über den Einsatz der Ehrenamtlichen zeigte sich auch Stephan Unglaub, Vertreter des Landrates Florian Wiedemann: Die Inbetriebnahme der Rettungswache sei ein Meilenstein für die Versorgung der Bevölkerung und Gäste im Fichtelgebirge gewesen. Der Landkreis werde auch weiterhin die BRK-Bereitschaft Fichtelberg/Neubau – und alle anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen im Landkreis – im Rahmen seiner Möglichkeit unterstützen, so Unglaub weiter.

Anlässlich des Jubiläums überreichte der Bürgermeister der Gemeinde Fichtelberg, Sebastian Voit, einen Glasteller und würdigte die Bereitschaft als „ein Jahrhundert voller Engagement, Einsatzbereitschaft und Menschlichkeit“, für das sich Generationen von Ehrenamtlichen eingesetzt haben – „oft still, aber stets zuverlässig und mit Herz“. Voit hob die wichtige Rolle der Bereitschaft im Gemeindeleben hervor: durch ihre Präsenz bei Veranstaltungen, ihre Unterstützung der Bevölkerung und die enge Verbindung zu den Menschen vor Ort.

Besondere Freude über das Jubiläum drückte auch Peter Herzing Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes Bayreuth, aus, die lange Zeit die Entwicklung der Bereitschaft begleitet hat. Er dankte allen, die sich in der Kolonne oder Bereitschaft engagiert und diese mitgestaltet haben. Zudem überreichte er im Namen des Kreisverbandes 1000 Euro an die Bereitschaft.

Fester Bestandteil des Kreisverbandes seit 1925

Auch Mischa Nietfeld, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter, würdigte die Bereitschaft als festen Bestandteil des Kreisverbandes seit 1925 und hob den starken Zusammenhalt hervor: von der Jugendarbeit über die Erste-Hilfe-Ausbildung bis zum Helfer-vor-Ort-Dienst. Besonders während der Corona-Pandemie habe die Bereitschaft gezeigt, dass Rotkreuzarbeit weit mehr sei als Blaulichteinsätze.

Zum Abschluss wandte sich Dr. Peter Fülle, Hausarzt aus Warmensteinach und Urgestein des Roten Kreuzes im Fichtelgebirge, an die Gäste. Er erinnerte daran, dass der entscheidende Impuls zur Einführung der Frühdefibrillation durch Rettungsdienstpersonal vor rund 30 Jahren aus den Reihen der Fichtelberger Rotkreuzler kam. Dank ihres Engagements gehörte der BRK-Kreisverband Bayreuth zu den ersten in Bayern, die diese lebensrettende Maßnahme einführten – zuvor ausschließlich Notärzten vorbehalte

Mitglieder für ihr Engagement geehrt

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der BRK-Bereitschaft wurden langjährige Mitglieder für ihr Engagement geehrt. Die Auszeichnungen überreichten Staatssekretär Schöffel, BRK-Kreisvorsitzender Herzing sowie der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Nietfeld. Für 20 Jahre Dienst im Bayerischen Roten Kreuz wurden Bianca Braun-Trä und Jasmin Braun geehrt. Markus Braun erhielt die Auszeichnung für 35 Jahre Mitarbeit.

Bereits 45 Jahre sind Beate Kascha und Rosemarie Pickert für das BRK im Einsatz. Eine besondere Ehrung wurde Stefan Müllinger zuteil: Er wurde nicht nur für 50 Jahre Dienst im BRK ausgezeichnet, sondern erhielt zusätzlich die Ehrennadel des Deutschen Roten Kreuzes für ein halbes Jahrhundert Engagement im DRK.