Fichtelberg Langwieriger Kampf gegen Löcher und Risse in den Straßen

Über die tiefen Schlaglöcher in den Gemeindestraßen ärgern sich die Bürger von Fichtelberg. Foto: red/Sina Schuler

In Fichtelberg stemmen sich Bürgermeister und Gemeinderat gegen den Verfall der Gemeindestraßen. Der Investitionsstau ist schon Jahrzehnte alt. Doch nun hält einer den Kopf dafür hin.

 
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„Wir versuchen das Bestmögliche“, versichert Bürgermeister Sebastian Voit. Die mit Schlaglöchern und Rissen durchsetzten Straßen im Ort beschäftigen ihn und den Gemeinderat seit dem Amtsantritt im Mai 2020. Eine Herkules-Aufgabe, die ihre Zeit braucht und vor allem viel Geld kostet. Doch damit ist Fichtelberg bekanntlich gerade nicht gesegnet.

In dieser Situation werden manche Anwohner ungeduldig. So wird gelästert: Fichtelberg habe einen eigenen Golfplatz. Gemeint ist damit die Straße nach Neubau, die wegen ihrer zahllosen Löcher traurige Berühmtheit erlangte. Doch mit dem Golfplatz ist nun Schluss. Der Vollausbau der Straße läuft seit Monaten. Drei Millionen Euro kostet das. Dafür erhält Fichtelberg eine 90-prozentige Förderung.

Doch auch anderswo tun sich Löcher im Asphalt auf. So in der Schneebergstraße, wo die für Radfahrer sogar gefährlichen Schadstellen am vergangenen Dienstag mit Asphalt verfüllt wurden. Der üble Straßenzustand im Ort verleitet manchen Anlieger sogar zu Spott.

In einer Guerilla-Aktion vor einigen Jahren hatten Unbekannte Blumen in die tiefen Schlaglöcher gepflanzt. Der Zierrat hielt sich aber nicht lange. Der Bauhof war damals schnell zur Stelle, um die Anpflanzung zu entfernen, berichtet Sina Schuler. Wie sie schreibt, sind die Schlaglöcher nicht nur ein Ärgernis, sondern auch eine Gefahr.

„Die Gemeinde ist dran an dem Problem“, bekräftigt Bürgermeister Voit und verweist auf die Sanierungen am Kirchberg und in Hüttstadl. Zudem seien bei neun Straßen die Risse verschlossen worden, um zu verhindern, dass neue Schäden entstehen. „Das ist so viel, wie in den letzten acht Jahren nicht mehr“, so Voit. Wie in anderen Gemeinden gibt es auch in Fichtelberg eine lange Prioritätenliste. Die hat der Bauausschuss erstellt. Sie wird nun abgearbeitet. Eine langwierige Aufgabe. Denn die Straßen sind runter. Ein Investitionsstau von Jahrzehnten muss aufgelöst werden.

Außerdem stellen sich noch Aufgaben unter der Erde: Auch der Kanal muss abschnittweise gemacht werden. Auch das kostet Millionen. Die hat Fichtelberg aber nicht. Die Gemeinde muss ihren Haushalt konsolidieren. Für das Nötigste bei den Straßen spendiert der Freistaat 30.000 Euro – im Jahr. Doch damit kommt die Gemeinde nicht so weit. Und dann sind da noch die langwierigen Planungsverfahren, die eingehalten werden wollen.

Schnell geht bei den Straßen in Fichtelberg also gar nichts. So bleibt dem Bürgermeister nichts anderes übrig, als um Geduld zu bitten. „Wir können nicht hexen“, so Voit am Donnerstag am Telefon. Für die Zustände kann er nichts. Aber er hält den Kopf dafür hin.

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