Fichtelberg Fehlgeleitete Sendungen, verschwundene Päckchen

Symbolfoto: dpa

FICHTELBERG. War das ein einmaliger Ausrutscher? Oder gibt es generell ein Problem bei der Postzustellung in Fichtelberg? Die Betroffenen machen unterschiedliche Aussagen.

Wochenlang etwa einmal pro Woche – so oft hat die Familie Auerbeck von der Hirschgasse in Fichtelberg nach eigenen Worten Post bekommen, die nicht für sie bestimmt war. Vom Dienstleister Deutsche Post DHL.

Jüngstes Beispiel: Der Katalog eines landwirtschaftlichen Dienstleisters, der in Wahrheit für die Pinewoodranch, ebenfalls in Fichtelberg, bestimmt war. Laut den Auerbecks kein Einzelfall.

Ein anderes Mal sei es Post von der Sparkasse für einen Kunden in Nagel im Landkreis Wunsiedel gewesen, nennen sie ein weiteres Beispiel von mehreren. Umgekehrt wartet man an der Hirschgasse wochenlang auf ein Päckchen, das nicht ankommt. Bei der Hotline von DHL sind die Auerbecks nicht weitergekommen, weswegen sie sich an den Kurier gewandt haben.

Bei der Post entschuldigt man sich ausdrücklich, will aber nur einen Fall einräumen: Den falsch zugestellten Katalog. Das teilt Postpressesprecher Erwin Nier auf Nachfrage mit, nachdem er sich bei den Verantwortlichen vor Ort erkundigt hat. Laut Nier gibt es im Bereich Hirschgasse zwei Zusteller, einen Stammzusteller und einen Springer, die beide als zuverlässig gälten. Aber im Ausnahmefall könne auch mal ein dritter, ortsfremder, Zusteller als Aushilfe zum Einsatz kommen.

Falls es zu weiteren Fehlzustellungen gekommen sei, könnten dafür auch andere, private Zustelldienste verantwortlich sein, macht Nier deutlich. Für die falsche Sparkassenpost nach Nagel dürfte das indes wahrscheinlich nicht zutreffen. Nagel gehört zum Geschäftsbereich der Sparkasse Hochfranken. Und die nutzt DHL als Dienstleister, wie eine Sprecherin auf Nachfrage sagt.

Sei es, wie es will: Probleme bei der Postzustellung – nicht nur beim Marktführer DHL – haben in jüngerer Zeit insgesamt eher zugenommen. Die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur haben sich 2018 auf 11.830 fast verdoppelt, meldete tageschau.de Ende vergangenen Jahres mit Berufung auf die Bonner Regulierungsbehörde. 2017 waren es noch 6100 gewesen, 2016 nur rund 3900. Eine Anfrage des Kurier bei der Bundesnetzagentur, wie sich diese Zahl bisher in 2019 entwickelt hat, blieb unbeantwortet.

 

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