Das ungeliebte Geschenk Brunnenangebot findet bei Kirche keine Gegenliebe

Andreas Gewinner

FICHTELBERG. Wenn jemand Geburtstag hat, schenkt man ihm was. Zumal wenn es sich um einen runden Geburtstag handelt. Deswegen wollte der CSU-Ortsverband Fichtelberg der katholischen Pfarrgemeinde zum 300-jährigen Kirchenjubiläum einen Brunnen spendieren. Indes scheint das geplante Geschenk bei der Pfarrgemeinde auf wenig Gegenliebe zu stoßen.

Der Brunnen war gedacht als Ersatz für die Brunnenschale an der Südseite des Kirchenbaus, die dort seit den 50er Jahren steht. Der Springbrunnen läuft nur noch sporadisch, und auch gestalterisch passt die Schale nicht unbedingt zu dem Kirchenbau. Deswegen hat die CSU an einen Granitbrunnen in Trogform gedacht. In einem Brief an die CSU teilt die Kirchengemeinde hingegen mit, dass man dem „Wunsch“ der CSU „nicht nachkommen“ könne. Als Gründe werden „denkmalschutzfachliche Empfehlungen und Vorgaben“ genannt; ferner wird darauf hingewiesen, dass in der Nähe des Brunnenstandorts bereits ein Brunnen steht; überdies plane man in Zukunft eine umfassende Neugestaltung des Kirchenumgriffs.

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In dem Brief der Kirchengemeinde an die CSU heißt es weiter: „Natürlich sind seriöse Spenden bei der Kirche immer herzlich willkommen und auch dringend nötig.“ Deshalb schlägt man alternativ eine Geldspende zugunsten der Kirchenfenstersanierung vor. „Sollten Sie sich entscheiden können, Ihre Spende für diesen Zweck umzudisponieren, wären wir Ihnen sehr dankbar. Wir werden diese Spende, wenn es Ihr Wunsch ist, auch öffentlich würdigen.“ Unterschrieben ist der Brief von Pfarrer Andreas Gromadzki, Kirchenpfleger Hans Bauer und Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Rubenbauer; letzterer ist übrigens auch Vorstandsmitglied der örtlichen CSU. Hans Bauer hingegen gilt nicht nur als Graue Eminenz der kirchlichen wie politischen Gemeinde. Er ist auch einer der schärfsten Widersacher von Jürgen Köferl, CSU-Gemeinderatssprecher und -Ortsvorsitzender.