Feuerwehrmann schlug frühzeitig Alarm Hochwasser: Wie Marco Kießling Lessau vor großem Schaden bewahrte

Von Moritz Kircher

In ihrer jüngsten Bürgerversammlung haben die Lessauer sich über ihren Hochwasserschutz beraten. Erst im September hat der Ort Starkregen und eine Flutwelle überstanden. Dass damals kein größerer Schaden entstand, ist vor allem den frühzeitigen Warnungen eines Feuerwehrmanns aus Weidenberg zu verdanken.

 Foto: red

Bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend in Lessau ging es mal wieder um den Hochwasserschutz im Ort. Anlass war nicht zuletzt der Starkregen und die Flutwelle vom 20. September. Weitgehend unbemerkt von einer breiteren Öffentlichkeit waren 150 Feuerwehrleute und rund 30 Lessauer im Einsatz. Im Eiltempo stapelten sie Sandsäcke und verhinderten so, dass Keller und Erdgeschosse der Häuser überschwemmt wurden.

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Wer nach dem Einsatz fragt, bekommt immer wieder einen Namen zu hören: Marco Kießling. „Dass kein größerer Schaden entstanden ist, ist nur seinem schnellen Handeln zu verdanken“, sagt Heinrich Schmidt, Kommandant der Weidenberger Feuerwehr. Kießling ist Schmidts Stellvertreter.

Hans-Jürgen Rutsatz und Gerhard Sengenberger sind dem Weidenberger Feuerwehrmann zutiefst dankbar. Die beiden erinnern sich noch gut daran, dass der starke Regen im Ort eigentlich schon nachgelassen hatte, als Kießling angefahren kam. „Holt eure Sandsäcke raus“, hat er uns gesagt. „Das Wasser kommt.“

Die Wetterlage ähnelte der von vor zwei Jahren

Doch wie konnte er das wissen? Die Feuerwehr sei wegen des starken Regens bereits zu Einsätzen in Weidenberg gerufen worden, schildert er die Situation. Er habe sich daran erinnert, dass es vor zwei Jahren bei einer ähnlichen Wetterlage die letzte Überschwemmung in Lessau gegeben habe.

„Ich bin Richtung Lankendorf hochgefahren und habe geschaut, wie es dort aussieht“, sagt Kießling. Und damit hatte er genau den richtigen Riecher. Das Regenwasser sammelte sich in Sturzbächen auf den Feldern und begann, bergab Richtung Lessau zu strömen. „Das läuft nach Lessau rein wie in einen Trichter“, schildert Gerhard Sengenberger die landschaftlichen Gegebenheiten vor Ort.

Zehn entscheidende Minuten Vorsprung vor der Flutwelle

Marco Kießling ahnte, was sich da zusammenbraut und schlug Alarm. Die Feuerwehren waren schnell vor Ort. Sie kamen aus Lessau, Weidenberg, Bindlach, Neunkirchen, Untersteinach, Speichersdorf und Stockau. Durch den frühen Alarm hatten die Einsatzkräfte die entscheidenden zehn Minuten Vorsprung vor der Flutwelle. „Sonst wären wir dem Wasser wahrscheinlich hinterher gelaufen“, sagt Kießling. Doch so war die Maschinerie bereits angelaufen. Die in Lessau gelagerten Sandsäcke waren schnell aufgebraucht. „Bis der Nachschub da war, haben einige Bauern aus dem Ort ihre großen Silosäcke zur Verfügung gestellt“, erinnert sich Sengenberger. Jeder hat mit angepackt.

Dass das Hochwasser sich an einem Samstagmittag ereignete, bezeichnen Rutzsatz und Sengenberger als Glück im Unglück. „Wäre das nachts passiert, hätten wir keine Chance gehabt“, sagt Rutsatz. So waren innerhalb kürzester Zeit alle gefährdeten Gebäude mit Sandsäcken geschützt – rechtzeitig dank des frühen Alarms von Marco Kießling.

So schlimm wie beim Hochwasser 2006 war es heuer zum Glück nicht. Damals hat das Wasser eineinhalb Meter hoch bei Gerhard Sengenberger im Haus gestanden. Ein weiteres Hochwasser gab es vor zwei Jahren. Um das Problem in den Griff zu bekommen, arbeiten derzeit zahlreiche Bürger in einem Arbeitskreis an einem Hochwasser-Schutzkonzept. Bald sollen erste Ergebnisse vorliegen.