„Mehr Sicherheit für die Rettungskräfte und bessere Einschätzung von Gefahren. Zu diesem Zweck ist künftig eine Feuerwehr-Drohne landkreisweit im Einsatz“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.
AUERBACH. Die Nitzlbucher Feuerwehr hat eine Drohne. Sie ist eine private Spende und war damit nicht im Konzept der Feuerwehrspitze im Landkreis Amberg-Sulzbach vorgesehen (wir berichteten). Damit darf sie offiziell auch nicht fliegen. Einen Testflug machte jetzt vielmehr die offizielle Drohne der Feuerwehren im Landkreis auf dem Hof des Amberger Landratsamtes.
„Mehr Sicherheit für die Rettungskräfte und bessere Einschätzung von Gefahren. Zu diesem Zweck ist künftig eine Feuerwehr-Drohne landkreisweit im Einsatz“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt.
Nach der Werbung weiterlesen
Kreisbrandrat Fredi Weiß, Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl und die Mitglieder der Fachgruppe „Drohne im Kreisfeuerwehrverband Amberg-Sulzbach“ ließen das moderne Fluggerät am Dienstag im Beisein von Landrat Richard Reisinger und Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl zu einem Testflug im Hof des Landratsamtes starten. „Dank der Drohne sind unsere Feuerwehrleute bei ihren vielfältigen Rettungs- und Sicherungsmaßnahmen im Landkreis nun noch professioneller unterwegs“, freute sich Reisinger. Kreisbrandrat Fredi Weiß und Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl, der die Fachgruppe leitet, dankten dem Landrat, unter dessen Leitung die Anschaffung des Fluggeräts beschlossen wurde.
Rund 22.000 Euro investierte der Landkreis in den Erwerb des High-Tech-Quadrocopters, der sich per Fernsteuerung über eine Distanz von 500 Metern manövrieren lässt. Eine Echtzeitkamera liefert hochauflösende Luftaufnahmen aus einer Höhe von 100 Metern. „Technisch wären zwar weitere Reichweiten drin, aber wir halten uns natürlich an die rechtlichen Vorgaben“, erklärte Daubenmerkl.
Zwei Wärmebildkameras wandeln die Wärmestrahlung, die Menschen, Tiere und Objekte abgeben, in sichtbare Bilder um. Dank dieser Funktionen sind die Feuerwehrleute in der Lage, sich schneller einen Überblick über etwaige Gefahrenherde zu verschaffen, ohne sich dabei selbst in Gefahr begeben zu müssen. So können Wärmebildkameras frühzeitig Glutnester und Brandherde erkennen sowie den Feuerwehren bei schlechten Sichtverhältnissen wie dichtem Rauch, Nebel oder Dunkelheit Orientierung geben. „Es gibt viele Szenarien, in denen uns die Drohne künftig unterstützen wird“, bestätigte Christopher Richter von der Feuerwehr Kümmersbruck. Weitere Einsatzbeispiele seien neben der präzisen Lagefeststellung die Suche nach vermissten oder verunglückten Personen sowie das Aufspüren von Gefahrstoffen.
Derzeit ist die Drohne bereits zu Übungs- und Testzwecken bei allen größeren Schadenslagen im Landkreis im Einsatz. Offiziell geht das Hightech-Gerät zu Beginn des kommenden Jahres an den Start. Zehn aktive Feuerwehrleute der 26-köpfigen Fachgruppe „Drohne im Kreisfeuerwehrverband Amberg-Sulzbach“ ließen sich zu Drohnenpiloten ausbilden und für den Einsatz des Fluggerätes zertifizieren. „Das haben Sie in ihrer Freizeit getan. Herzlichen Dank für dieses Engagement“, betonte der Landrat. Stationiert ist die Drohne wegen der zentralen Landkreislage bei der Feuerwehr Kümmersbruck, die auch die Wartung des Gerätes verantwortet. Von dort rücken die Aktiven der Fachgruppe aus, sobald der Drohneneinsatz über die Integrierte Leitstelle Amberg von einer der über 100 Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach angefordert wird. Fünf Teams mit je vier Feuerwehrleuten der Fachgruppe stehen dafür Gewehr bei Fuß.
Die „Besonderen Führungsdienstgrade der Feuerwehren“ – dazu gehören im Landkreis der Kreisbrandrat (KBR), die Kreisbrandinspektoren (KBI) und Kreisbrandmeister (KBM) – sprachen sich bereits im Jahr 2019 für die Anschaffung einer Landkreis-Drohne aus. Hintergrund waren die positiven Erfahrungen ihrer Feuerwehrkollegen mit einem Drohneneinsatz bei der Schneekatastrophe 2019 in Berchtesgaden. Die Anschaffung einer Drohne wurde bisher vom Freistaat Bayern noch nicht gefördert. Die „Besonderen Führungsdienstgrade befürworteten eine Drohne jedoch als überörtlich erforderliches Gerät, um insbesondere Leib und Leben der Rettungskräfte bei deren vielfältigen Einsätzen zu schützen und Gefahren für die Bevölkerung effektiver abwehren zu können. Der Ferienausschuss des Landkreises Amberg-Sulzbach stimmte dem am 27. April 2020 zu und sprach sich für die Anschaffung einer Drohne samt notwendigem Zubehör aus.