Feuerwehr Ramsenthal 150 plus Eins: Die große Sause

Seit Wochen geht es in Ramsenthal nur noch darum: Die Feuerwehr kann endlich ihr 150. Jubiläum feiern. Am Freitag startet die große Sause, die den Bindlacher Gemeindeteil bis Sonntag auf Trab halten wird. Mit Festzelt, mit Umzug, mit Musik. Weil die Feuerwehr ja eines schon immer war: Gesellschaftliches Bindeglied.

Das erste richtige Mannschaftsfoto der Ramsenthaler Feuerwehr aus dem Jahr 1903 mit stolz präsentierten Uniformen. Foto: red/red

Vereine wie dieser sind der gesellschaftliche Kitt. Nicht wegzudenken – seit Jahrzehnten. Oder seit 150 Jahren – plus Eins. Wie die Ramsenthaler Feuerwehr. Heute eine technisch gut ausgerüstete und ausgebildete Truppe mit 62 Wehrmännern und -frauen und dem Vereinsvorsitzenden Werner Fuchs an der Spitze.

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Mit einem Jahr Verspätung kann die Feuerwehr jetzt ihr 150. Jubiläum feiern, das viele freiwillige Helfer seit Wochen und Monaten in Atem hält. Denn das Fest, das am Freitag beginnt, ist genau das: Treffpunkt der Generationen – und längst nicht nur für die, die der Feuerwehr Ramsenthal nahestehen.

Erster Schriftverkehr im Januar 1871

Im Jahr 1871 gab es „im Januar den ersten Schriftverkehr“, sagt Werner Fuchs im Kurier-Gespräch, der belegt, dass dies das Gründungsjahr der Ramsenthaler Feuerwehr ist. Die Wehr habe damals „verschiedene Dinge nachgefordert“, sagt Fuchs. „18 Ramsenthaler haben die Feuerwehr gegründet“, wer der Gründungsvorsitzende war, das ist „nicht bekannt, die eigentlichen Protokolle beginnen viel später, im Jahr 1883“. Aber das Stammbuch des Vereins aus dem Jahr 1871 gibt es, das hält die Feuerwehr in Ehren.

Sondersteuer für Anschaffungen

Mit „einer Sondersteuer“ in Höhe von jährlich 200 Gulden nach einem einstimmigen Beschluss der Gemeindebürger, die man damals erhob, baut die Wehr ihr erstes Feuerwehrhaus, schafft eine fahrbare Löschmaschine an, die ein Bayreuther Glockengießer 1872 liefert – und macht sich so dienstbereit. Die Ramsenthaler Wehr reihe sich mit ihrer Gründung in eine regelrechte Gründungswelle ein, die ab den 1850er Jahren „im Königreich Bayern stattfand“, wie Fuchs sagt, der darüber viel im Bamberger Staatsarchiv recherchiert und für die Chronik verfasst hat.

Wichtiges gesellschaftliches Element

„Natürlich war die Feuerwehr wichtiges gesellschaftliches Element“, sagt Fuchs auf Nachfrage. „Bis 1902 war die Feuerwehr der einzige Verein in Ramsenthal.“ 1902 wurde der Gesangverein gegründet, 1913 der Gartenbauverein, der Sportverein kam erst nach dem Krieg. Gesellschaftlich prägend, auch durch die Gründung einer Jugendfeuerwehr schon 1991 oder die Aufnahme von Frauen im Jahr 1992, sei die Feuerwehr aber auch und gerade in der Gefahrenabwehr extrem wichtig: Eine Reihe massiver Einsätze bestimmen die 151-jährige Geschichte der Brandschützer, deren Einsatzbild sich mehr und mehr wandelt.

Fordernde Einsätze

„Technische Hilfeleistung, inzwischen auch auf der Autobahn“, sagt Fuchs. „Aber auch viele Hochwasser-Einsätze.“ Durch Starkregen-Ereignisse, bei denen das Wasser auf dem knochentrockenen Boden nicht einsickern kann. Durch Brände, die selbst bei Gartenarbeiten unkontrollierbar werden können, ausgelöst durch die trockenen Sommer der vergangenen Jahre. Oder durch Feldbrände, „bei denen man immer schnell zur Stell sein muss“, sagt Fuchs. Auch das passiere vermehrt. Und zeige, dass die Investition in Ausrüstung – vor kurzem erst hat die Feuerwehr ein Schlauchmodul bekommen, das in einem Anbau des Feuerwehrhauses untergebracht wurde – eine sinnvolle ist. Die Ramsenthaler Wehr müsse oft ran, sagt der 65-Jährige. „Immer öfter auch zu sehr fordernden Einsätzen.“ Auf die man in den kommenden Tagen bis zum Sonntag gern verzichten könne, obwohl nach aktuellem Stand eine vierköpfige Gruppe als Bereitschaft zur Stelle wäre, würde die Feuerwehr trotz ihrer Feiertage gebraucht.

Das Festprogramm

Das Programm startet am Freitag um 18.30 Uhr mit dem Bieranstich im eigens aufgebauten Festzelt durch den Bindlacher Bürgermeister Christian Brunner, bevor sich ein Festkommers mit Ehrungen und die Partynacht mit Die Rockzipfl anschließt. Am Samstag ist ab 13 Uhr die Kinder-Feuerwehr-Olypiade angesetzt. bevor um 18 Uhr die Mainwelle-Heldenparty im Zelt steigt.

Umzug durchs Dorf und Sau am Spieß

Der Sonntag ist geprägt vom Festgottesdienst (9.30 Uhr) und natürlich dem Festzug durchs Dorf ab 13.30 Uhr. Ab 14 Uhr ist dann Festbetrieb mit Norbert Lodes und den Juramusikanten. Die Sau am Spieß sorgt für einen satten Ausklang der drei Festtage.