Festspiel-Jubiläum 2026 Bayreuther machen ihre Ausstellung

Haus Wahnfried. Foto: /Archiv/Ralf Münch

Im Jahr 2026 feiern die Bayreuther Festspiele ihr 150-jähriges Bestehen. Darum und um die Zuschüsse der Stadt für die Bereiche Kultur und Heimatpflege ging es am Montag in der Sitzung des Kulturausschusses des Bayreuther Stadtrats.

150 Jahre Bayreuther Festspiele: BG-Fraktionsvorsitzender Stephan Müller hatte den Antrag gestellt, dass die Stadt Bayreuth das Jubiläum der Festspiele im Jahr 2026 in angemessener Weise begehen möge.

Um möglichen hochfliegenden Plänen gleich den nötigen erdenschweren Realitätssinn angedeihen zu lassen, wies Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) zu Beginn der Aussprache darauf hin, dass sich die Stadt für die Feier dieses Jubiläums wohl kaum größere finanzielle Beträge werde leisten können. Die Herausforderung besteht nun darin, trotzdem ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen.

Die Grundsatzidee dazu lautet: Partizipation. Will sagen: Die Bayreuther machen ihre eigene Ausstellung. So formulierte es Kulturreferent Benedikt Stegmayer vor den Mitgliedern des Kulturausschusses. „Das Richard-Wagner-Museum ist der Ankerpunkt“, sagte Stegmayer. Im Kulturamt werde die Netzwerkarbeit geleistet.

Thematisch soll das Ganze unter der Überschrift „Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte der Bayreuther Festspiele“ stehen. Das Wagner-Museum werde konkrete Themeninseln setzen und klare Regeln vorgeben, „zu denen man die Menschen arbeiten lässt“.

Soweit die Hoffnung. Stegmayer räumte ein, dass diese Vorgehensweise Risiken mit sich bringe. Für die Verantwortlichen der Stadt gehe es darum, die Partizipation so zu kanalisieren, dass es keine Katastrophe wird. Sven Friedrich, Direktor des Richard Wagner Museums, betonte, dass es das Ziel sei, alle Akteure, alle Institutionen und viele Bürger zu integrieren.

Sehr konkret geplant ist bereits ein Konzert mit der Aufführung von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie am 22. Mai 2022 im Markgräflichen Opernhaus. Zu diesem Datum fand vor 150 Jahren eine Aufführung der Beethoven-Sinfonie in Bayreuth statt. Es war der Tag der Grundsteinlegung fürs Festspielhaus.

Im Großen und Ganzen fand der skizzierte Weg zur Feier des Festspieljubiläums die Zustimmung der Mitglieder im Kulturausschuss.

Zuschüsse 2022:

Auf knapp 1,7 Millionen Euro belaufen sich die vorgesehene Zuschüsse der Stadt aus dem Bereich Kultur und Heimatpflege. Den allermeisten von der Verwaltung vorgeschlagenen Summen wurde ohne Diskussion zugestimmt. Gesprächsbedarf gab es für den Sonderzuschuss Highlight-Veranstaltungen in Höhe von 135 000 Euro an die Veranstalter der Musica Bayreuth. „Dem kann ich so nicht zustimmen“, sagte Klaus Wührl-Struller von den Grünen und sprach sich für eine Reduzierung der Summe auf 45 000 Euro aus. Der Kulturreferent erläuterte, dass dieser Sonderzuschuss für eine Beethoven-Woche und Aufführungen der Gluck-Festspiele vorgesehen sei.

Auch dem BG-Fraktionsvorsitzenden Stephan Müller erschien der eingestellte Betrag sehr hoch, stimmte dann aber zu. Mit insgesamt drei Gegenstimmen bei 17 Anwesenden bleibt es bei den 135 000 Euro.

Diskussionen gab es auch zum Festival Bayreuth Baroque. Stegmayer sprach von einer „unglaublichen Medienpräsenz und Dauerpräsenz im Rundfunk“. 390 000 Euro will sich die Stadt das Opernfestival auch im Jahr 2022 kosten lassen. Bei drei Gegenstimmen aus den Reihen der BG gab es dafür eine große Mehrheit.

Zuschuss für Bayreuther Festspiele 2022: Der Kulturausschuss empfiehlt dem Stadtrat den Zuschussbedarf der Bayreuther Festspiele in Höhe von knapp 1,6 Millionen Euro im Haushalt zu berücksichtigen. Wie Thomas Ebersberger sagte, gehe man davon aus, dass 2022 wieder „normale“ Festspiele stattfinden werden. Ohne zusätzliche Kosten für Corona- und Sicherheitsmaßnahmen.

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