Problempunkt marodes Schienennetz
Ob mehr Wettbewerb tatsächlich zu mehr Pünktlichkeit führen kann, ist fraglich. Die Deutsche Bahn betont stets, dass ein Großteil der Verspätungen Folgen der Infrastruktur sind - entweder aufgrund der maroden Anlagen oder wegen der vielen Baustellen im Netz, die wiederum nötig sind, um den weiteren Verfall zu verhindern und den Zustand langsam zu verbessern. Auf dieses Netz sind alle Wettbewerber gleichermaßen angewiesen.
"Bei einem so vollen Netz würde noch mehr Angebot im Fernverkehr entweder zulasten der Betriebsqualität gehen oder es würde eine Verdrängung stattfinden", warnte kürzlich Bahn-Experte Christian Böttger in der "Süddeutschen Zeitung". Im Mai lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr bei 61,3 Prozent, gut ein Drittel aller ICE- und IC-Halte wurde also mit mehr als 5:59 Minuten Verspätung erreicht.
Auch deutsches Unternehmen plant 2028 eine Offensive
Italo ist übrigens nicht der einzige DB-Konkurrent, der 2028 eine Offensive im deutschen Fernverkehr plant. Auch das Unternehmen Flix, das bereits Züge und weitaus mehr Busse durchs Land fahren lässt, will in zwei Jahren angreifen.
Das Unternehmen aus München hat erstmals in seiner Geschichte neue Züge bestellt, und zwar 65 Stück beim spanischen Hersteller Talgo. Die derzeitige Flotte umfasst Flix zufolge 15 Züge. Bei den bestellten Zügen handelt es sich um die gleiche Bauart, die die Deutsche Bahn bereits als ICE L zwischen Berlin und Köln einsetzt. Die neuen Züge kosten Flix zufolge 2,4 Milliarden Euro.