Ferienausschuss gibt mit Vergabe des Rohbaus den Startschuss Bayreuth: Bald Baubeginn für Dreifachsporthalle

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In knapp einem Monat kann es losgehen: Am 14. September sollen auf dem Parkplatz hinter dem Kunstrasenplatz des Hans-Walter-Wild-Stations die Bagger und Kräne anrollen, um mit dem Bau der Dreifachsporthalle zu beginnen. Vorausgesetzt, der Ferienausschuss stimmt in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch der Vergabe der Baumeisterarbeiten zu.

Auf dem Parkplatz zwischen dem Kunstrasenplatz des Hans-Walter-Wild-Stadions und der Firma Rottolin eingezwickt ist die neue Dreifachsporthalle, deren Bau im September beginnen soll. ⋌Grafik: Hochbauamt der Stadt Bayreuth Foto: red

"Das Interesse an der Ausschreibung war groß. 23 Firmen, zumeist aus Oberfranken, haben sich an der Ausschreibung beteiligt  und das Leistungsverzeichnis angefordert. Elf Firmen haben ihre Angebote abgegeben", sagt Stefan Boullion, Leiter des Hochbauamtes der Stadt Bayreuth. Dem Ferienausschuss obliegt heute die Aufgabe, unter den Angeboten jenes auszuwählen, das den Vorgaben am nächsten kommt und damit den Startschuss zu geben für das 5,2 Millionen Euro teure Projekt. Entstehen soll eine moderne Dreifachsporthalle, die in erster Linie dem Schulsport der beiden Gymnasien Christian-Ernestinum (GCE) und Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium (WWG) dient. "Nur deshalb erhalten wir auch eine staatliche Förderung", sagt Hochbauamt-Mitarbeiter Wolfgang Bayerlein, der die Halle geplant hat.

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Gebäude reingezwickt

"Wir mussten das Gebäude ganz schön reinzwicken", beschreibt Bayerlein die Vorgabe, auf dem noch als Parkplatz genutzten Gelände die Halle zu planen. Die Verhältnisse zwischen Kunstrasenplatz auf der einen und der Firma Rottolin auf der anderen Seite seien sehr beengt. Deshalb könne das Gebäude mit einer Länge von 47 Metern und einer Tiefe von 27 Metern auf dem Areal nur deshalb untergebracht werden, weil es teilweise auf dem Gelände des Kunstrasenplatzes stehen wird. Dessen Zaun muss dafür abgebaut, ein Grünstreifen entfernt werden. "Der Fangzaun bleibt natürlich stehen", fügt Bayerlein an. Fußgänger, die den zum Roten Main führenden Weg zwischen Kunstrasenplatz und Rottolin benutzen, müssen ab Baubeginn allerdings einen Umweg nehmen, weil dieser Bereich gesperrt werden muss.

Attraktiver Bau

Große Glasfronten, Sichtmauerwerk, rote und graue Farbe an den Außenwänden: "Das wird ein ausgesprochen attraktiver Bau und zwar innen und außen", ist Bayerlein überzeugt. Der rotgestrichene Kopfbau, der durch den in Richtung Friedrich-Ebert-Straße gelegenen Haupteingang zu erreichen ist, beherbergt sechs Umkleidekabinen, je zwei für jede der drei Hallen, die durch Vorhänge getrennt werden können. Die nahe dem Haupteingang gelegenen Umkleidekabinen sind laut Boullion barrierefrei und behindertengerecht ausgebaut. Ein im Foyer positionierter Aufzug - "ein auffälliger Glaskasten", so Bayerlein - befördert Menschen mit Handicap in das Obergeschoss. Dort befindet sich neben der Galerie auch die Haustechnik und ein Cateringbereich mit Sitzmöglichkeiten und einer Theke. In der mit einem Sportboden ausgelegten und einer hölzernen Prallwand versehenen  Halle wird eine Faltkipptribühne untergebracht, auf der Schalensitze Platz für 240 Zuschauer bieten.

Keine Heizkörper

Nach modernsten Richtlinien ausgerüstet ist auch die Haustechnik, sagt der zuständige Mitarbeiter Marcus Fröhlich. Ein Blockheizkraftwerk wird für die nötige Wärme sorgen, die im Umkleide- und Duschbereich über eine Fußbodenheizung  und in der Halle über eine Deckenstrahlheizung verteilt wird. "Heizkörper wird es in dem Gebäude nicht geben", sagt Fröhlich. Aber auch keine Solarthermie zur Erwärmung des Brauchwassers. "Die Gefahr, dass Legionellen im Wasser entstehen, ist zu groß", begründet Fröhlich die Entscheidung. Der vom gasbetriebenen Blockheizkraftwerk produzierte Strom wird hingegen direkt in der Halle verbraucht. Außerdem wird die Lüftung so ausgelegt, dass eine Wärmerückgewinnung stattfindet.

25 Gewerke

Bis Ende Dezember soll der Rohbau fertiggestellt und das Dach dicht sein, sieht der Zeitplan vor. Dann beginnt der Innenausbau  - "immerhin 25 verschiedene Gewerke", so Bayerlein -, der bis zum Ende des kommenden Jahres  beendet sein soll. Dann könnten nach den Weihnachtsferien schon die ersten Sportstunden in der neuen Dreifachsporthalle abgehalten werden.

Keine Handballer

Die Nachfrage nach Trainingsstunden sei noch verhalten, sagt Sportamtsleiter Christian Möckel, eine Warteliste bisher nicht erforderlich. Vielleicht müssten die Vereine erst vom Baubeginn erfahren, bevor sie sich bewerben. In der Halle können alle Hallensportarten stattfinden. Nur zwei sind ausgeschlossen, sagt Möckel: Fechten und Handball. "Die Handballer sind im Schulzentrum-Ost und sollen dort auch bleiben", sagt Möckel. Eine zweite Halle, deren Boden mit klebendem Harz bedeckt ist, soll es nicht geben.