„Die Schäden an unseren Teichen sind gewaltig“, sagte Peter Thoma, Vorsitzender der Teichgenossenschaft Oberfranken bei der Jahresversammlung am Samstag in Himmelkron. Trotzdem gab es bei der Veranstaltung auch einige positive Signale.
Kormoran, Grau- und Silberreiher, Biber und Fischotter: So possierlich manche dieser Tiere auch sein mögen, Teichwirte können sie im Extremfall die Existenz kosten.
„Die Schäden an unseren Teichen sind gewaltig“, sagte Peter Thoma, Vorsitzender der Teichgenossenschaft Oberfranken bei der Jahresversammlung am Samstag in Himmelkron. Trotzdem gab es bei der Veranstaltung auch einige positive Signale.
Nach der Werbung weiterlesen
So soll die bis 15. Juli dieses Jahres geltende artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung, die in Bayern den Abschuss von Kormoranen vorgibt, übergangslos weitergeführt werden. „Es wird daran gearbeitet entsprechende Regelungen hinzubekommen“, sagte Manfred Löbl, der für die Fischerei fachlich zuständige Bereichsleiter an der Regierung von Oberfranken. Die Regelung besagt, dass der Abschuss von Kormoranen zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt von Mitte August bis Mitte März in einem Umkreis von 200 Metern um Gewässer erlaubt ist.
Auch was den Fischotter angeht, ist Hilfe in Sicht. Noch im Februar soll ein Berater eingesetzt werden, der für die Oberpfalz und für Oberfranken zuständig sein wird. Er kommt an die entsprechenden Teiche, sucht nach Spuren, dokumentiert Schäden, leiht entsprechendes Gerät aus und hilft den Teichwirten bei Anträgen auf Entschädigung. „Manche Betriebe sind schon fast am Ende“, machte Alexander Horn von der Teichgenossenschaft die Dimension der Schäden durch den Fischotter deutlich. Er bezifferte die Schäden für einzelne Betriebe auf bis zu 30.000 Euro.
Noch schlimmer sei die Situation in der Oberpfalz. In einzelnen Teichen seien bereits bis zu 80 Prozent des Besatzes betroffen. Das Tückische am Fischotter sei, dass man ihn nicht sieht, sagte Vorsitzender Thoma und Alexander Horn befürchtet: „Der Otter wird auch Oberfranken überrennen.“ Auch Biber, Grau- und Silberreiher zerstören Teichanlagen und machen Jagd auf heimischen Fisch. Während die Biberproblematik öffentlich diskutiert werde, würden die massiven Verluste durch Grau- und Silberreiher nur von den betroffenen Teichwirten wahrgenommen. „Wir wollen keine Reiher ausrotten, aber man muss doch bei Schäden eingreifen können“, sagte Thoma.
Die Probleme sind mittlerweile auch in der Politik angekommen, das machten die Aussagen der beiden Landtagsabgeordneten Gudrun Brendel-Fischer (CSU) und Peter Meyer (Freie Wähler) deutlich. Brendel-Fischer forderte, nicht die Entschädigungsleistungen weiter zu erhöhen, sondern vorher einzugreifen und die Populationen einzuschränken. Meyer sprach sich für ein Monitoring für Graureiher aus. Hier seien die Daten längst nicht mehr aktuell, weil sie noch aus dem Jahr 2008 stammten. Die Problematik werde zunehmend erkannt, so Bezirkstagspräsident Günther Denzler (CSU). Neben dem Ottermanager, der in diesen Wochen seinen Dienst aufnehmen wird, leiste ein eigener Kormoranmanager hervorragende Dienste.
Doch nicht nur Kormoran und Co. machen den Teichwirten zu schaffen, auch ein extrem trockenes und niederschlagsarmes Wetter, wie der Hitzesommer 2015. Simon Abt von der Fischereifachberatung des Bezirks hatte eine Umfrage gestartet, wie sich diese immer häufiger auftretenden Wetterkapriolen auf die Betriebsergebnisse auswirken. Über die Hälfte der Teichwirte hatte 2015 Einbußen, hielt er als ein Ergebnis fest. Am Schlimmsten betroffen gewesen seien wegen der warmen Wassertemperatur Forellenteiche, bei einzelnen Teichwirten war die Fischernte komplett ausgefallen. Diese Situation wird sich auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nicht verbessern, sagte Abt. Die Teichwirtschaft werde sich darauf nur schwer einstellen können.
Ein großes Problem seien dabei auch Privatleute, die zur Bewässerung ihres Gartens über Pumpen größere Wassermengen aus Fließgewässern entnehmen, die eigentlich Teichanlagen speisen. „Da bleibt für den Teichwirt nicht mehr viel an Frischwasser übrig, sagte er und forderte solche Verstöße konsequent zu ahnden.
Erfolge sehen die oberfränkischen Teichwirte in ihren Marketingbemühungen. Die Preise für heimischen Fisch beginnen leicht anzuziehen, sagte Thoma. Problem für viele Verbraucher sei, dass sie kaum Direktvermarkter kennen würden, nicht einmal in ihrer engsten Umgebung.