Feiertage Wie viele Gänse werden an Weihnachten in Deutschland gegessen?

Michael Bosch

In vielen Familien gehört er zum Festmahl an Weihnachten dazu: der Gänsebraten. Der Klassiker zählt immer noch zu den Lieblingsessen der Deutschen beim Fest. Unumstritten ist er aber nicht mehr.

So kennen und lieben ihn die Deutschen: Gänsebraten – hier eine Keule – mit Knödel und Rotkraut. Foto: dpa/Jan Woitas

Was an Weihnachten auf den Teller kommt, ist auch ein Stück weit eine Glaubensfrage und Tradition. In vielen Familien sieht das Menü an den Festtagen in jedem Jahr gleich aus, oder es ähnelt sich zumindest. Das beliebteste Gericht der Deutschen ist laut einer aktuellen Umfrage nach wie vor Kartoffelsalat und Würstchen. Daneben finden sich Raclette, Fondue und Fisch – ganz oben auf der Liste stehen auch Enten- und Gänsebraten.

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Schätzungsweise werden jedes Jahr um die 12,5 Millionen Gänse in Deutschland verspeist. Neben dem Weihnachtsfest ist vor allem der Martinstag am 11. November, an dem die Martinsgans serviert wird, der „Hauptkonsumtag“ für das Geflügelfleisch.

Die meisten Gänse kommen aus Osteuropa

Ein Großteil davon stammt aber nicht aus Deutschland, sondern aus Osteuropa. Länder, in denen die Tiere vor allem gezüchtet werden sind Polen und Ungarn. Laut dem statistischen Bundesamt wurden im vergangenen Jahr insgesamt knapp 14 800 Tonnen Gänsefleisch aus dem Ausland nach Deutschland importiert. 98 Prozent davon stammen aus den beiden genannten Ländern.

Obwohl der Konsum von Geflügelfleisch in Deutschland im Gegensatz zu Schweine- und Rindfleisch insgesamt zunimmt, „spielt Gänsefleisch in Deutschlands Küchen eine eher geringe Rolle“, heißt es in einer Mitteilung der Statistiker. Nur 0,2 Prozent der gut 1,5 Millionen Tonnen Geflügelfleisch aus gewerblicher Schlachtung in Deutschland stammten im Jahr 2022 von Gänsen. Im Jahr 2022 seien hierzulande knapp 2400 Tonnen Gänsefleisch erzeugt worden. Drei Viertel davon wurden in den Monaten Oktober, November und Dezember geschlachtet. 41,4 Prozent der Jahresproduktion entfielen allein auf den Dezember. Übrigens: der größte Anteil am geschlachteten Geflügel machen Jungmasthühner (rund 70 Prozent) aus.

Haltungsbedingungen werden oft bemängelt

Dass das Fleisch vor allem importiert wird, sehen besonders Tierschützer kritisch. Im Ausland seien die Haltungsbedingungen der Vögel oft schlecht, teilweise wird von Tierquälerei berichtet. Wer auf den Genuss zu Weihnachten nicht verzichten wolle, solle auf Haltung und Herkunft achten, raten Experten.

Am besten fährt man als Konsument mit dem Bio-Siegel, wenn das Tier noch aus der Region kommt, umso besser. Für Freiland-Gänse zahlt man in der Regel zwischen 15 und 20 Euro pro Kilo, für Bio-Gänse fallen circa 25 Euro an.