Fehlstarter unter sich Altstädter beim FC Memmingen am Prüfstand

„Es fehlt momentan die Leichtigkeit in meinem Team“, sagt SpVgg-Trainer Timo Rost. „Meine Jungs machen sich zu viele Gedanken.“ Auch Ivan Knezevic (links) hat mit dieser Blockade zu kämpfen. Foto: Peter Mularczyk

FUSSBALL. Es wird das Duell zweier Fehlstarter, wenn die SpVgg Bayreuth am Dienstag um 19.30 Uhr im Rahmen der ersten und einzigen englischen Woche in der Vorrunde der Regionalliga Bayern ihre Visitenkarte beim ebenfalls noch punktlosen FC Memmingen abgibt. Am dritten Spieltag sollte es für die Altstädter endlich mit dem ersten Erfolgserlebnis klappen, wollen sie die leidvolle Erfahrung der Vorsaison nicht noch einmal erleben.

Aber SpVgg-Trainer Timo Rost nimmt erst einmal den Druck aus dem Kessel. Schon nach dem 1:3 gegen den VfR Garching hatte er betont, dass ihm das Ergebnis des Gastspiels in Memmingen egal sei. „Wichtig ist, dass meine Jungs ihre Spielfreude zurück gewinnen.“ Denn die fehlende Lockerheit sei der Hauptgrund für die momentane Blockade, glaubt der 40-Jährige: „Dass sie spielen können, haben sie in der Rückrunde und in der fantastischen Vorbereitung nachhaltig bewiesen. Vielleicht ist es gar nicht einmal so schlecht, dass wir gleich wieder spielen müssen. Da haben wir nämlich keine Zeit, über die beiden bisherigen Spiele groß nachzudenken.“

Rost: „Ich glaube, dass sich meine Mannschaft einfach zu viel vornimmt.“

Welche Rolle spielt eigentlich die Erwartungshaltung der Fans? „Unsere Fans dürfen ruhig träumen“, sagt Rost. Das Problem, so der Trainer, läge in den Köpfen der Spieler. „Ich glaube, dass sich meine Mannschaft einfach zu viel vornimmt, dass sie sich selbst diesen Druck auferlegt, um den Erwartungen der Fans gerecht zu werden.“ Rost kennt diese Situation aus eigener Erfahrung. „Das habe ich alles selbst als Spieler erlebt, als wir damals mit Energie Cottbus aufgestiegen sind. Da haben wir uns auch viel zu viel Druck selbst gemacht, bis wir dann soweit gekommen sind, uns zu fragen: Warum machen wir das eigentlich?“

Großer Umbruch in Memminger Elf

Im Memminger Lager hatte man den Fehlstart im Vorfeld schon befürchtet, weil das Team einen enormen Umbruch erlebte. Dennoch sah der neue Trainer Uwe Wegmann auch nach dem jüngsten 0:1 beim 1. FC Nürnberg II gute Ansätze. „Wie schon gegen Illertissen konnten wir uns für eine im Grunde gute Leistung nicht belohnen“, resümierte der 55-Jährige, der nach langen Jahren als Trainer in Liechtenstein und in der Schweiz nun wieder in seiner Heimat im Allgäu tätig ist. Der als „Alpenbomber“ bekannte Stürmer – in der Saison 1993/94 war er als Torschützenkönig der Zweiten Liga (22 Treffer) maßgeblich am Wiederaufstieg des VfL Bochum beteiligt – bemängelte aber, dass seinem Team abermals kein Treffer gelang. Der nach der Pause in Nürnberg eingewechselte Fatjon Celani, der die gesamte Vorbereitung verletzt gefehlt hatte, sorgte bei seinem Comeback zwar für Belebung in der Offensive, der Ball fand aber den Weg ebenso wenig in die Maschen, wie bei der größten Ausgleichsmöglichkeit. Da hämmerte Philipp Boyer das Spielgerät nach einem Freistoß an den rechten Pfosten.

Nun hofft man beim FC darauf, dass die Offensive neue Belebung durch den Japaner Natsuhiko Watanabe erfährt. Der 24-Jährige kam vom Südwest-Regionalligisten VfR Aalen und war zuletzt noch nicht spielberechtigt. Da hofft man auf Hilfe der Behörden. „Es kann schnell gehen, aber auch noch sechs Wochen dauern“, lautete laut sportlichem Leiter Bernd Kunze die Auskunft in Sachen Aufenthaltsgenehmigung, von der wiederum die Arbeits- und eben auch eine Spielerlaubnis für Watanabe abhängen.

Fragezeichen hinter SpVgg-Neuzugang Koussou

Die Altstädter werden den Flutlicht-Auftritt in der Memminger Arena in der derzeit stärksten Besetzung bestreiten. Lediglich Neuzugang Nils Schätzle fällt nach wie vor wegen der Nachwirkungen seiner Mandelentzündung aus – und hinter dem Einsatz von Neuzugang Kodjovi Koussou steht noch ein Fragezeichen. „Nono hat sich kurz nach der Pause nach dem Foul von Garchings Tom Zimmerschied einen dicken Knöchel eingefangen. Da müssen wir sehen, ob es für einen Einsatz reicht“, sagt Rost.

Ansonsten wird wohl das Team vom vergangenen Wochenende wieder auf dem Feld stehen. „Ich bin ja zugegebenermaßen kein Freund von allzu großen Veränderungen“, gesteht der SpVgg-Trainer. Wieder in den Kader zurück kehrt Philipp Messingschlager. Der Neuzugang vom FC Schweinfurt 05 wurde am vergangenen Wochenende ein Opfer der U 23-Regelung.

 

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