Faust-Festspiele Pottenstein Amüsantes Verwirrspiel und ganz viel Chaos

Da muss Peppi Amsel (Melina Rost, rechts) schon zu brachialen Mitteln greifen, damit ihr (von links) Hausknecht Muffl (Daniel Leistner) und das Ehepaar Scheitermann (Uwe Vogel und Lisa Lottes) endlich zuhören und alles aufgeklärt werden kann. Foto: Anja Barthen

Das Stück „Frühere Verhältnisse“ ist eine wilde Komödie

Es geht dem Ende entgegen. Bis zum 20. August gibt es noch die Möglichkeit, die Faust-Festspiele in Pottenstein zu besuchen. Neben dem großen Kassenschlager „Der Pottensteiner Teufelspakt“ präsentiert das Ensemble jedes Jahr zwei sehr lustige, fröhliche und unbeschwerte Sommerkomödien. Eine nennt sich „Frühere Verhältnisse“ und ist ein Klassiker von Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862). Die bunte Komödie wurde von Intendant Daniel Leistner der Umgebung im Klumpertal angepasst und volksnah umgeschrieben.

„Es ist das Fundament, auf dem die heutigen Boulevard-Komödien beruhen“, erklärt Leistner. „Das Stück sprudelt vor Wortwitzen, die sich in sehr kurzer Zeit aneinander reihen.“ Die Besucher erwartet also ein ähnliches Spektakel, wie sie es aus Filmen von Louis de Funès kennen. „Ich sehe es auch als einen Vorläufer zu seinen Filmen.“ Aber auch Hollywood-Filme aus den 40er Jahren haben wohl eine unverwechselbare Ähnlichkeit. Die sogenannten Screwball-Komödien könnten sich so einiges bei Nestroy abgeschaut haben. Die Hollywood Filmkomödien – zum Beispiel mit Katharine Hepburn und Cary Grant – beschreiben Personen, die mit skurrilen Angewohnheiten dem Film eine besonders lustige Note verleihen.

Das Konzept des Theaterstückes wurde natürlich der großen Freilichtbühne angepasst. So spielt im Original vieles in verschiedenen Räumen und Zimmern, während das Festspiel-Ensemble verständlicherweise hauptsächlich im Freien, also im Garten, spielt. „Die Naturbühne beeindruckt jeden Gast. Wir haben die Wirkung, die sie auf die Zuschauer hat, total unterschätzt“, berichtet der Intendant. „Alle sind begeistert und geben diese fantastische Erfahrung an uns weiter.“ Ein Nebeneffekt, der für die harte Arbeit der vergangenen zwei Jahre entschädigt.

Die Geschichte von „Frühere Verhältnisse“ dreht sich um das Geheimnis des Herrn Scheitermann. Niemand, vor allem nicht seine Frau, darf erfahren, dass der wohlhabende Holzhändler früher nur ein einfacher Hausknecht war. Sein Eheglück wäre schnell zu Ende, da die holde Angetraute aus gutem Hause stammt und mehr als schockiert wäre. Aber wie das Leben eben so spielt, sie kommen halt eben doch immer ans Licht, die früheren Verhältnisse. Vor allem, wenn sich ausgerechnet Scheitermanns ehemaliger Chef, der Bankrott gegangene Anton Muffl, bei ihm als Hausknecht bewirbt.

So beginnt ein turbulentes und höchst amüsantes Verwirrspiel, das in ein immer größeres Chaos mündet. Wilde Verwirrungen und komische Verwicklungen münden fast sogar in Mord und Totschlag. „Die Besucher werden einen fröhlichen Theaterabend erleben und aus dem Lachen nicht mehr herauskommen“, ist sich Leistner sicher. „Das ist aber auch typisch für meine Komödien. Es gibt viel Musik, ein paar Tänzchen sowie eine kleine Verfolgungsjagd mit Polizisten und das alles in einem flotten Tempo.“

Info: Bis zum Ende der Faust-Festspiele gibt es noch fünf Möglichkeiten, das Stück „Frühere Verhältnisse“ zu besuchen. Am Wochenende, 6. und 7. August, jeweils um 20 Uhr beginnen die nächsten Vorführungen. Tickets erhalten Interessierte an der Abendkasse oder online unter faust-festspiele.eu/online-kartenshop.

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