Faust-Festspiele Nach den Spielen beginnt die Arbeit

Die Bauarbeiter müssen auf matschigen Gelände mit schwerem Gerät manövrieren. Foto: Klaus Trenz

PEGNITZ. Was machen die Gabelstapler denn jetzt schon hier? Spätestens jetzt wird klar: Dieser Montag wird deutlich hektischer als geplant.

Keine zwölf Stunden nachdem der letzte Vorhang der Faust-Festspiele am Sonntagabend gefallen war, ist Uwe Vogel schon wieder voll im Einsatz. Eineinhalb Wochen werden die Abbauarbeiten der großen Tribünen und das Aufräumen der Festspielweise laufen – Vogel ist dabei Cheforganisator und Handlanger in einem. Und nun muss er erst einmal umplanen: Denn statt am Dienstag sind Arbeiter zum Abbau der Tribünen schon am Montag angerückt. Eigentlich viel zu früh – doch Vogel hat Glück: „Wir konnten schon am Sonntag, der eigentlich unser Puffer-Tag ist, falls Aufführungen ausfallen, anfangen, die Requisiten wegzuschaffen. Sonst wären die Gabelstapler jetzt gar nicht durchgekommen.“

„Meistens kommt es sowieso anders“

Doch so schnell bringt den langjährigen Festspiel-Macher nichts aus dem Konzept: „Es wäre doch völlig unnormal, wenn immer alles reibungslos klappen würde, oder? Man kann planen soviel man will, meistens kommt es sowieso anders – und dann hilft nur noch reagieren.“ So wie jetzt auch. Stück für Stück verschwinden die Tribünen, rund ein dutzend Mitarbeiter einer österreichischen Firma, die auch einen Sitz in Roth hat, sind dafür im Einsatz. Zwei bis drei Tage dauert der Abbau, erklärt Vogel. „Sie selbst auf- und abzubauen wäre ein viel zu großer Aufwand.“ Schon jetzt steckt er viel Zeit in die Tribüne: „Man muss sie extra beim Bauamt in Bayreuth beantragen. Das ist ein ganz schöner Wust an Papier.“

Und günstig sind die Bauten auch nicht – vor allem das Dach ist nur aufwändig aufzustellen. Doch ohne geht es nicht, sagt Vogel. „Das Dach ist zwar am teuersten, aber ohne das wären wir hilflos ausgeliefert. Denn wir spielen wirklich bei jedem Wetter, eine Absage gibt es nur bei Sturmwarnung oder Gewitter.“

Das Dach nutzt allerdings nur den Zuschauern, die Schauspieler müssen in den sauren Apfel beißen. Uwe Vogel nimmt es mit Humor: „Ich sage immer: Hätten sie halt was Vernünftiges gelernt.“ Daniel Leistner ist da ganz anderer Meinung. Während des Abbaus wird er gerne mal vom Intendanten zum Handlanger. „Das ist so wie in den Studententagen“, freut er sich. Das heißt aber auch, dass man bei jedem Wetter rumrennen muss.“

365 Tage beschäftigt

Die Faust-Festspiele enden aber auch nach dem Abbau nicht – zumindest nicht für Uwe Vogel und Daniel Leistner. „Erledigt ist die Arbeit eigentlich nie, denn jetzt laufen schließlich schon die Planungen für das nächste Jahr. Man ist 365 Tage beschäftigt“, so der Geschäftsführer. Requisiten und Bühnenteile werden in Containern und Scheunen eingelagert. Um die Kostüme kümmert sich Leistner selbst: „Wir lassen uns viel einfallen, um zu sparen und möglichst nachhaltig zu sein“, sagt er. So werden die teils teuren Stücke auch mit anderen Theaterprojekten ausgetauscht und erweitert.

Nachdem Requisiten und Tribünen abtransportiert sind, werden nur noch die Matschspuren in der Wiese an die Festspiele erinnern. Doch das soll nicht mehr lange so sein: „Die Wiese sah danach schon immer extrem aus. Als wir sie nach dem Waldstock übernommen haben, war es eine Sahara, wir standen im Sand. Die verträgt also schon was“, sagt Leistner lachend. Jetzt wird sie neu angesät – und ist dann wieder bereit für den nächsten Einsatz.

 

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