Faust-Festspiele Georg Mädl spielt den Teufel

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PEGNITZ. "Die Schauspielerei schenkt mir Freiheit", sagt Georg Mädl. Der 37-Jährige spielt dieses Jahr bei den Faust-Festspielen beim Hamlet den König Claudius und in der Komödie "In der Hölle wird gescheuert" den Teufel.

Georg Mädl spielt bei den diesjährigen Faust-Festspielen in der Komödie "In der Hölle wird gescheuert" den Teufel. Foto: Frauke Engelbrecht Quelle: Unbekannt

Auf der Bühne sei er in einem sicheren Raum, wo er machen dürfe, was er will. "Ich darf rumschreien, das Zeug, was ich im normalen Leben nicht machen darf, ausleben, mich selbst neu erfinden, viele verschiedene Sachen machen", sagt Mädl. Deshalb stand für ihn immer fest, dass er das machen will. Schon im Kindergarten und in der Grundschule hat er Theater gespielt, später in Amateurgruppen.

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Auf praktischer Ebene was machen

Nach dem Abitur und Zivildienst bei der evangelischen Jugend in Kulmbach hat er begonnen in Erlangen Theater- und Medienwissenschaften zu studieren. "Das habe ich aber nicht fertig gemacht", sagt Mädl, "ich wollte nicht auf theoretischer Ebene etwas machen, sondern praktisch." Er habe dann zwar noch eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondent für Englisch und Französisch absolviert, aber seit 2010 ist er ausschließlich als freier Schauspieler tätig. Engagements bei den Buschklopfern, dem Schauhaufen, der Naturbühne Trebgast, der Studiobühne Bayreuth und dem Theater Baumann sowie dem Steingraeber Hoftheater gehören dazu. Beim Troschenreuther Mundarttheater inszenierte er das Volksstück "Letzter Wille" von Fitzgerald Kusz. Dort lernte er auch Uwe Vogel, den Geschäftsführer der Faust-Festspiele kennen, der ihn vergangenes Jahr fragte, ob er in Pegnitz mitspielen würde.

Regie führen ist was anderes

In der ersten Festspiel-Saison spielte er in der Komödie "Schlau, schlau, die Frau" den Herrn Tölpel. Aber Mädl spielt nicht nur, er führt auch Regie. Nie beides gleichzeitig, entweder das Eine oder das Andere. "Aber Regie führen ist ja auch wie spielen", sagt Mädl. Man gibt Anweisungen, wie gespielt werden soll, spielt die Rollen gedanklich mit. Wenn er selber spielt, so wie jetzt bei den Faust-Festspielen, kann er das aber abstellen. Dann ist jemand anderes der Regisseur. Bei der Regie müsse man sich auf einer anderen Ebene mit dem Stück auseinandersetzen, mit den dramaturgischen Sachen. Und man müsse als Regisseur auch wissen, was das Publikum sehen will, ein Gespür dafür haben. So käme im Troschenreuther Mundarttheater wahrscheinlich der Faust nicht so gut an, wie in Pegnitz, so Mädl.

Frisch und frei spielen

Ist die Herangehensweise bei einer Komödie eine andere als bei einer Tragödie? "Nein", sagt Mädl, "das ist bei beiden Genres ähnlich. Man muss die Rolle frisch und frei spielen, nicht entweder blöd oder dramatisch sein." Seine Texte lernt er als Erstes klassisch am Schreibtisch, streicht sich in seinem Textbuch die einzelnen Passagen an. "Aber so richtig lerne ich den Text erst bei den Probe", sagt Mädl. Da sind dann die entsprechenden Bewegungen und Abläufe dabei. "Ich muss erst schauen, was bei den Stücken passiert, sonst bilde ich mir daheim nur etwas ein", sagt er. Seine Textbücher hat er während der ganzen Saison dabei, sagt er und zieht sie aus dem Rucksack. "So wie sich halt ein Fußballer halt während einer WM beispielsweise nicht rasiert", sagt er lachend. Und deshalb bleiben die Textbücher im Rucksack, bis alle Stücke abgespielt sind.

Immer die gleichen Abläufe

Ist er vor den Aufführungen aufgeregt? "Nein", sagt Mädl, "ein bisschen vor den Premieren vielleicht." Aber er braucht die Routine, immer die gleichen Abläufe, auch schon vor der eigentlichen Aufführung. Das gibt ihm Sicherheit. Und man sehe sowieso nicht einzelne Leute im Publikum, sondern nur das Ganze. Und gibt es einen Unterschied, ob es ein Freilichttheater oder in einem Raum gespielt wird? Ja, das schon, sagt Mädl. "Draußen muss man viel größer spielen", erklärt er. Da ist es anders, als in einem Raum, wo der Zuschauer vielleicht nur wenige Meter entfernt von der Bühne sitzt.