Fastnacht in Franken Drei Stunden Glück für den Alltag

Gabi Schnetter

Für die quirlige Sozialpädagogin Dolores Longares-Bäumler ist ein Jahr ohne Fasching undenkbar. „Sozialberufe brauchen Glücksquellen, und das ist eine davon,“ sagt sie.

Einer der Favoriten von Dolores Longares-Bäumler, der Dreggsagg Michl Müller – „auch wenn ich den Namen gar nicht gerne mag“, ist bei der Fastnacht in Franken mit dabei. Im Juni wird der Kabarettist in Bayreuth erwartet. Foto: red/red

Bayreuth/Veitshöchheim - „Ohne die Oberpfalz fehlt was“, kommentiert ein Leser das Ausbleiben der Altneihauser Feierwehrkapell’n bei der Fastnacht in Franken. Stimmt so nicht ganz, denn die Oberpfalz ist schon dabei, zum vierten Mal in Folge sogar. Zumindest unter den Zuschauern. Für die Eschenbacherin Dolores Longares-Bäumler ist der fränkische Fasching ein Muss, mehr noch: eine Glücksquelle für den Alltag.

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Nur 150 Zuschauer

Live wird die Kult-Sendung auch in diesem Jahr noch nicht übertragen. Am Mittwochabend wurde sie aufgezeichnet, und mit dabei unter den 150 Zuschauern, die zugelassen waren, ist auch Dolores Longares-Bäumler, seit über 30 Jahren bei der Caritas in Bayreuth und Speichersdorf tätig und inzwischen stellvertretende Geschäftsführerin. Ihr Fazit: „Es war ein Traum. Man hat die Freude der Akteure ebenso wie der Zuschauer gespürt.“ Und das trotz Maskenpflicht in den Mainfranken-Sälen.

Aufatmen: Corona-Test negativ

Pünktlich um 17 Uhr war die erste Hürde überwunden: Corona-Test negativ. „Spannend war es. Alle Gäste standen in einer Reihe und warteten, bis das Ergebnis da war.“ Ihr fällt der erste Stein vom Herzen. Denn ein Jahr ohne Fasching, für die quirlige Sozialpädagogin mit spanischen Wurzeln undenkbar. „Ich war schon als Kind süchtig danach,“ bekennt sie. „habe mir als Jugendliche die Sendung Fastnacht in Franken vom Anfang bis zum Ende angeschaut. Auch Mainz wie es singt und lacht. Aber bei der Fastnacht in Franken, da hat mir immer alles gefallen.“ Vielleicht weil der gebürtigen Oberpfälzerin der fränkische Dialekt doch mehr zusagt.

Abgesandte aus der Oberpfalz

Schon ein bisschen traurig war sie, dass ihr persönlicher Höhepunkt der Sendung, die Altneihauser Feierwehrkapell’n nach 16 Jahren erstmals nicht mit dabei ist. Die Musikanten der schrägen Truppe um Kommandant Norbert Neugirg haben wegen der Corona-Auflagen zwei Jahre lang nicht trainieren können und deshalb abgesagt. Was sie an ihnen am meisten schätzt? „Ihren Humor, der nicht unter die Gürtellinie geht.“ Wird es für sie einen Ersatz geben? Dolores Longares-Bäumler lacht herzhaft. „Martin Rassau und Volker Heißmann werden sich – in der Original-Uniform – als oberpfälzer Abgesandte versuchen.“

In der ersten Reihe

Ganz prominent in der ersten Reihe mit Markus Söder, der diesmal nur als Ministerpräsident kam, mit Ilse Aigner und Barbara Stamm, nahm Longares-Bäumler Platz. Gefreut hat sie sich auch über die Anwesenheit von Sozialministerin Carolina Trautner, der die Sozialpädagogin Longares-Bäumler gerne manche Anregungen mit auf den Weg gegeben hätte. Aber sie respektiert das Privileg des Faschings. „Das tut so gut, einfach mal nur drei Stunden lang die Seele baumeln lassen und herzhaft lachen. Das haben alle verdient. Auch die Politiker.“

Die am Mittwoch aufgezeichnete dreistündige Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ wird am Freitag ab 19 Uhr im BR-Fernsehen ausgestrahlt.