Falscher Alarm? Vermisstensuche im Fichtelsee

Einsatzkräfte der Wasserrettung suchten am Samstagabend nach einem möglicherweise untergegangenen Schwimmer im Fichtelsee bei Fichtelberg. Dabei waren auch Rettungstaucher im Einsatz. Bis zum Sonntag blieb die Suche erfolglos. Am Montag meldete sich die vermeintlich Vermisste bei der Polizei. Foto: Bauernfeind/News5

FICHTELBERG. Große Vermisstensuche am Wochenende am und im Fichtelsee: Weit über 100 Helfer, Rettungs- und Einsatzkräfte waren am Wochenende im Einsatz. Doch die Sache ist verzwickt: Es gibt keine Vermisstenmeldung, wohl aber die Wahrnehmung eines Wasserwachtlers. War alles nur falscher Alarm? Die Meinungen bei Wasserwacht und Polizei gehen auseinander.

Am frühen Samstagabend ist ein Boot der Wasserwacht auf Routinefahrt auf dem Fichtelsee. Im neuen See nahe den Brücken und unweit des westlichen Ufers sehen die Wasserwachtler drei Schwimmer im Wasser. Doch nach dem sie eine Schleife gedreht haben, sind statt drei Köpfen nur noch zwei zu sehen. Die Wasserwachtler schließen aus, dass der Schwimmerin oder die Schwimmerin in der Zwischenzeit ans Ufer geschwommen ist, sie müssen also vom Schlimmsten ausgehen.

Binnen kurzer Zeit sind bis zu 150 Einsatzkräfte vor Ort, wie Hans-Joachim Seibel, Leiter der Wasserwacht, Kreisverband Bayreuth, schildert: "Das hat astrein geklappt, dass wir in sehr kurzer Zeit sehr viele Leute vor Ort hatten." Im Einsatz sind unter anderem acht Taucher der Wasserwacht, DLRG, Rotes Kreuz, die Feuerwehr leuchtet in der hereinbrechenden Nacht die Szenerie aus, ein Polizeihubschrauber ist ebenfalls im Einsatz. Alle anderen Schwimmer müssen den See verlassen, es wird ein Badeverbot verhängt.

Niemand wird vermisst

Die Suche am Samstag läuft von etwa 18 Uhr bis 23.30 Uhr, ohne Erfolg. Parallel wird von der Polizei der Bereich um den Fichtelsee abgesucht: Gibt es verlassene Badesachen, die niemandem zugeordnet werden können? Ist in der Nähe des Sees ein Auto stehen geblieben? Alles Fehlanzeige. Dieses Gesamtbild zusammen mit der fehlenden Vermisstenanzeige veranlasst die Polizei in der Nacht, die ursprünglich für den Sonntag geplante weitere Suche mit Polizeitauchern abzublasen, so ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Sonntag.

Doch die Wasserwacht findet sich mit der Situation nicht ab. Seibel schildert: "Wir hatten ein Sonarboot und Wassersuchhunde im Einsatz, die alle angeschlagen haben. Das sind ein bisschen zu viele Zufälle." Insbesondere die Hunde der DLRG Weißenstadt, die aus Waldsassen kommen, seien für eine sehr geringe Fehlerquote bekannt. Und die mutmaßlich untergegangene Schwimmerin könne auch in Badekleidung vom Campingplatz oder aus dem Hotel gekommen sein, ohne verlassene Badesachen oder ein Auto zurückzulassen.

15 Zentimeter Sichtweite

Für die Taucher gleicht die Suche der nach der Nadel im Heuhaufen, obwohl der Suchradius auf etwa 20 Meter begrenzt wird. "Die Taucher schauen im Grunde mit den Händen", schildert es Seibel. Der See ist an der bewussten Stelle bis zu zehn Meter tief, das trübe und dunkle Moorwasser lässt Sichtweiten von maximal zehn bis 15 Zentimeter zu, während es beispielsweise im Trebgaster See ein bis zwei Meter sind.

Nach einer kurzen Nacht sind die Wasserwachtler mit insgesamt 18 Leuten am Sonntag schon wieder am See, um weiter zu suchen -- bis zum frühen Nachmittag ohne Erfolg: "Das ist unerfreulich, aber wird sind mit unserem Latein erst mal Ende", so Seibels vorläufiges Resümee am Sonntagmittag.

 

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