Falsche News zu Bayreuth auf Facebook

Von Kerstin Fritzsche
Achtung, eine Masche zum Datenklau: Diese falsche Nachrichten-Seite zu Bayreuth gibt es seit Dienstagnacht. Screenshot: kfe Foto: red

"FAMILIENDRAMA: Zwei Kinder getötet - Vater begeht Selbstmord in Bayreuth". Unter dieser Schlagzeile verbreitet ein neues selbsternanntes Nachrichten-Profil seit Dienstagnacht falsche News. Viele Facebook-User glaubten die Geschichte aber und fragten sogar öffentlich: "Warum berichtet der Kurier nicht darüber?" Achtung: Klickt man sich in das "Nachrichten-Angebot" rein, ist es möglich, dass der Computer mit Schad-Software attackiert wird, um Daten abzufischen oder Geld zu erpressen.

"Bayreuth Aktuelle Nachrichten" heißt die Facebook-Seite, auf der der entsprechende Artikel über das angebliche Familiendrama gepostet wurde. Klickt man auf den Link, dann erscheint der Artikel in Wordpress. Und zwar nur er, andere Rubriken oder weitere Artikel gibt es nicht.

Nicht auf "Welcome" klicken

Im Umfeld gibt es aber einen Button, auf dem "Welcome" steht. Vorsicht: Nicht anklicken! Dahinter verbergen sich Sex- und Dating-Seiten und dubiose Angebote zu Online-Spielen. Es ist möglich, dass sich über diesen Kanal Schad-Software einen Weg zum Computer bahnen soll und so Viren verbreitet werden.

Artikel enthält mehrere Hinweise auf Fake

Dass es sich nicht um Nachrichten und ein reales Ereignis handelt, ist auch an dem Artikel selbst erkennbar. Da ist die Rede von Bad Segeberg und dem Stadtteil Rissen - den es bekanntlich nicht in Bayreuth gibt, sondern in Hamburg. Auch das auf dem Foto gezeigte Polizei-Auto hat kein hiesiges Kennzeichen. Und am markantesten: Der Artikel hat keine Datumsangabe, keinen Autoren und keine Quelle.

Mehrfach auf Facebook geteilt

Dennoch glaubten einige lokale User die Geschichte und verbreiteten sie über Facebook weiter auch in andere Gruppen. Am aggressivsten ging dabei eine Vicki Norby vor. Ihr Profil ist ebenfalls Fake, die Person existiert real nicht. Auf Facebook gibt es ganz viele solcher falschen News-Seiten, die sich quasi als Art Städte-Portal tarnen. Das von Bayreuth existiert gerade mal seit 20 Stunden, der eine Artikel machte aber superschnell die Runde. Eine identisch aussehende Facebook-Seite mit demselben Artikel nur mit anderen Städte-Namen gibt es beispielsweise auch für Worms.

Miese Betrugsmasche

Solche gezielt platzierten Falschmeldungen stammen von organisierten Internetbetrügern, um an Daten zu kommen und/oder um Geld zu erpressen, sagen Experten. Ist ein Computer mit Viren infiziert, so bieten die Kriminellen beispielsweise an, dass man sich freikaufen kann.

Eine andere Masche, die derzeit auf Facebook heftig kursiert, ist diese: Man wird angeblich ein einem Video markiert, dieses wird automatisch per Messenger verschickt mit der Nachricht "Ich wusste gar nicht, dass du in diesem Video bist?", und wenn man dann klickt, kommt man entweder auf entsprechende Seiten mit Schad-Software. Oder noch perfider: Man wird aufgefordert, sich einzuloggen, obwohl man vorher Facebook ja nicht verlassen hatte. Die Facebook-Seite, auf der man sich jetzt anmeldet, ist keine echte. Es ist eine Phishing-Falle, die Seite wurde Facebook nachempfunden, um Daten zu klauen.

Viele klicken beziehungsweise loggen sich auf der falschen Facebook-Seite ein, weil die Nachricht ja von einem Facebook-Freund gekommen war, warnt der Verein Mimikama, der sich mit Betrügereien und Fake im Netz beschäftigt. Das Problem: Hier hat vorherschon ein Daten-Diebstahl stattgefunden, und die Seite, von der die Nachricht verschickt wurde, ist nicht echt, hier wurde das Profil eines Freundes quasi nachgebaut.

Was kann man tun?

Auf jeden Fall sollte man die Sicherheitseinstellungen seines Facebook.-Accounts überprüfen. Es gibt eine Anmeldungswarnung bei Facebook. Diese findet sich in den Sicherheitseinstellungen. Dann auf den „Anmeldungswarnungen“-Abschnitt klicken und auswählen, welche Benachrichtigungen man erhalten möchte, diese „Änderungen speichern“. Wenn dann jemand Fremdes sich mit den eigenen Daten einloggt, bekommt man eine Benachrichtigung.

Außerdem rät Facebook selbst:

"Du kannst in deiner Liste der zuverlässigen Browser oder bekannten Geräte ein Gerät oder einen Browser speichern. Auf diese Weise erhältst du über den Computer oder das Telefon, mit dem du dich normalerweise auf Facebook anmeldest, keine Benachrichtigungen. Lass diese Option deaktiviert, wenn du dich von einem öffentlichen Computer aus anmeldest."

"Solltest du jemals eine Anmeldungswarnung von einem unbekannten Browser oder Ort erhalten, befolge die Anweisungen in der Benachrichtigung zum Zurücksetzen deines Passworts und Sichern deines Kontos."

Auch Fake-Nachrichten ohne Erpressung auf Facebook

Es werden auf Facebook aber auch so einfach falsche Nachrichten verbreitet oder Schilderungen persönlicher Erlebnisse, die schlicht gelogen sind. Der Kurier hat erst kürzlich eine solche Geschichte über angebliche gewalttätige Flüchtlinge entlarvt.

 

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