Warum beschäftigt der Fall die Justiz jetzt wieder?
Auslöser ist eine im September eingereichte Zivilklage der ehemaligen Studentin. Anschließend verbreitete sich der Fall stark über soziale Medien und wurde von nationalen US-Medien aufgenommen. Aufsehen erregt der Fall zum einen wegen der schockierenden Details - etwa die vulgären Gruppennachrichten - und der Tatsache, dass der Fall bisher keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich zog. In dem Zusammenhang gerieten besonders die lokalen Behörden unter Feuer. Zugleich trifft der Fall auf eine seit Jahren geführte Debatte über sexualisierte Gewalt an US-Hochschulen und die Rolle von Studentenverbindungen. "Diese Männer haben in einem Gruppenchat darüber geschrieben", sagte etwa die New Yorker Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Die Demokratin nannte den Fall ein Beispiel für "Vergewaltigungskultur". "Das bedeutet, dass es für sie normal war."
Was passiert jetzt?
In einer aktuell laufenden Untersuchung wird geprüft, ob der Fall zur Anklage gebracht werden kann. Als Reaktion auf die scharfe Kritik an den lokalen Behörden werden die Ermittlungen von der Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Letitia James, beaufsichtigt. Das Vertrauen in die örtlichen Behörden in dem Fall sei untergraben, hatte die Gouverneurin des Bundesstaates, Kathy Hochul, den Schritt begründet. Die Generalstaatsanwältin werde den Vorfall untersuchen, mutmaßliche Straftaten verfolgen und die Beweise einer Grand Jury vorlegen. Als Grand Jury wird eine Gruppe von Geschworenen bezeichnet, die nach der Vorlage von Beweismitteln durch die Staatsanwaltschaft entscheidet, ob Anklage in einem Fall erhoben werden kann.