Fahrradklima-Test Großteil der Bayreuther Radler fühlt sich gefährdet

Die Ergebnisse der größten Umfrage zur Zufriedenheit von Radfahrern liegen vor. Was die größten Probleme in Bayreuth sind, wo es gut läuft und wie Kulmbach abgeschnitten hat.

Beim Fahrradklima-Test bemängeln Radfahrer in Bayreuth vor allem das Fahren zusammen mit dem motorisierten Verkehr. Mehr als zwei Drittel der Befragten fühlen sich beim Radfahren in Bayreuth gefährdet. Foto:  

Eingezwängt zwischen Autos und Lastwagen, zu nah vorbeiziehende Autos, zu schmale Radwege: Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) fühlen sich beim Radfahren in Bayreuth gefährdet. Das meldet die Bayreuther Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).

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Es ist ein Teilergebnis der laut ADFC weltweit größten Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrer: dem Fahrradklima-Test. Die Ergebnisse der im Jahr 2024 durchgeführten Umfrage sind nun veröffentlicht. Deutschlandweit haben rund 213 000 Menschen in über 1000 Orten teilgenommen, in der Stadt Bayreuth waren es 593. Die Erhebung umfasst 27 Fragen, unter anderem über Sicherheit, Komfort und Infrastruktur.

Mit der Gesamtnote 3,89 belegt Bayreuth aktuell den 39. Platz von 113 Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern. Eine nur geringfügige Verbesserung im Vergleich zum vorherigen Fahrradklima-Test 2022, als die Wagnerstadt von Radfahrern eine glatte 4,0 bekommen hatte.

Aggressives Verkehrsklima bemängelt

Besonders negativ bewertet wird auch beim Fahrradklima-Test 2024 wieder das Fahren im Mischverkehr mit Autos: 77 Prozent der Befragten fühlen sich dadurch grundsätzlich bedrängt.

71 Prozent berichten von regelmäßigen Konflikten mit dem motorisierten Verkehr, 74 Prozent geben an, dass sie zu oft zu eng von Autos überholt werden. 65 Prozent empfinden das Verkehrsklima insgesamt als aggressiv.

Selbst das Fahren auf Radwegen empfinden 71 Prozent als unsicher. Für 77 Prozent sind die Radwege oft zu schmal, um langsamere Radler sicher überholen zu können. Wobei laut 65 Prozent der Befragten Konflikte zwischen Radfahrern untereinander sehr selten sind.

Dass Ampelschaltungen nicht gut auf den Radverkehr abgestimmt sind, sagen 69 Prozent der Teilnehmer. Bei Baustellen wird von 72 Prozent bemängelt, dass der Radverkehr nicht berücksichtigt wird und sie regelmäßig absteigen und schieben müssen.

Es gibt auch Lob

Gelobt wird am Radfahren in Bayreuth unter anderem, dass die Innenstadt gut mit dem Fahrrad erreichbar ist (75 Prozent). Zügiges Radfahren ist in Bayreuth laut 59 Prozent der Befragten möglich.

Auch die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr wird von 67 Prozent der Radfahrern positiv bewertet.

Kulmbach schneidet erneut sehr schlecht ab – Hof noch schlechter

Noch deutlich schwieriger als in Bayreuth scheint das Radfahren in Kulmbach zu sein: Mit der Gesamtnote 4,61 landet Bayreuths Nachbarstadt auf Platz 422 von 429 der Städte mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern.

Schlechter schneidet in Oberfranken nur Hof ab: Hof landet in derselben Kategorie mit der Note 4,81 bei diesem Fahrradklima-Test auf dem allerletzten Platz. Die rote Laterne hatte Kulmbach zuvor häufig gehabt. makl