Fachlehrerinstitut braucht schneller eine neue Immobilie - Institutsleiter spricht von Umzug im Jahr 2018 Fachlehrerinstitut: Graserschule Notlösung

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Das Fachlehrerinstitut am Geschwister-Scholl-Platz hat ein Problem. Ein Platzproblem. Und mit diesem Problem ist das Institut, das auf Wachstumskurs ist, zum politischen Spielball geworden. Die Befürworter eines Neubaus der Graserschule sehen das Institut als einen möglichen Nachnutzer für eine dann leerstehende Graserschule. Das werde nur eingeschränkt funktionieren, sagt der Institutsleiter.

Das Fachlehrer-Institut am Geschwister-Scholl-Platz platzt aus allen Nähten. Der Institutsleiter Holger Edlich-Wolfshöfer hofft auf eine schnelle Lösung. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Holger Edlich-Wolfshöfer sagt am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung, bei ihm "geben sich derzeit die Leute die Klinke in die Hand". Die Befürworter des Graserschul-Neubaus aus dem Stadtrat ebenso wie diejenigen, die eine Sanierung der Graserschule am aktuellen Standort fordern. Edlich-Wolfshöfer sagt, wie er es schon einmal im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt hat, dass sein Institut eine schnelle Lösung des akuten Raumproblems brauche. "Wir haben deshalb einen Neubau zur Planung in München eingereicht. Das wird gerade nach finanziellen und rechtlichen Gesichtspunkten begutachtet."

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Mehrere Alternativen in der Prüfung

Das Fachlehrerinstitut, das am Geschwister-Scholl-Platz Mieter der Uni Bayreuth ist, sei abhängig von Kultusministerium, sagt Edlich-Wolfshöfer. Jedoch: "Wenn alles gut geht, könnten wir schon in wenigen Jahren eine Alternative haben. Ein Umzug im Jahre 2018 wäre ambitioniert, jedoch evntuell machbar." Was sich eher nach einem Neubau anhört als nach einem Umzug in ein bestehendes Gebäude. Dazu will der Institutsleiter allerdings keine näheren Auskünfte geben. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Es gebe mehrere Alternativen, die derzeit intensiv begutachtet werden.

Keine Parkplätze

Die Graserschule, als deren Nachnutzer im Falle eines Neubaus das Fachlehrerinstitut von den Neubau-Befürwortern immer wieder ins Gespräch gebracht wird, bezeichnet Edlich-Wolfshöfer als "Alternative mit Einschränkungen". Die Gründe dafür lägen auf der Hand: "Ganz vorne steht, dass wir hier nicht Entscheidungskriterium für einen Neubau sein wollen." Zweiter Punkt sei die Zeitschiene. "Es dauert einfach zu lange, bis die Graserschule frei und saniert ist." Drittes Argument dagegen: "80 Prozent unserer derzeit rund 170 Studenten kommen von außerhalb. Und sie kommen mit dem Auto. Wir brauchen Parkplätze. Die gibt es nicht an und um die Graserschule." Das Ziel sei, in den kommenden Jahren 220 bis 240 Studenten zu Fachlehrern auszubilden. Das werde die Parkplatz-Situation, die auch am jetzigen Standort oft genug angespannt sei, an einem neuen Standort nicht leichter machen. Und in Augsburg, wo das zweite bayerische Fachlehrerinstitut seinen Sitz hat, gebe es genau das Problem, das es dann geben würde, würde das Bayreuther Institut in die Innenstadt ziehen: "Rings um die Schule dort gibt es nur Anwohnerparkplätze."

Zur Graserschule selbst sagt Edlich-Wolfshöfer: Für das Gebäude, das 1870 nach dem Reformpädagogen Johann Baptist Graser benannt wurde, wäre eine Nutzung im Sinne Grasers angemessen.

"Nachnutzung nicht geklärt"

Die Gegner eines Neubaus, zu denen Moritz Möller von der Initiative zum Erhalt der Graserschule gehört, wundern sich, dass die Befürworter eines Neubaus "immer wieder das Fachlehrerinstitut ins Spiel bringen, obwohl die Graserschule für das Institut gar keine richtige Option ist", wie Möller im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Möller nennt eine Zahl: "Vor 2022 ist aus unserer Sicht gar nicht davon auszugehen, dass die Schule leer und saniert ist, wenn denn ein Neubau kommen sollte." Auch die andere Alternative für eine Nachnutzung, die eine Woche vor den beiden Bürgerentscheiden zum Thema Graserschule und Rotmainhalle oft genannt wurde, hält Möller für wenig realistisch: "Das Stadtarchiv belegt aktuell etwa 500 Quadratmeter Fläche. Damit könnte man drei Klassenzimmer füllen." Er und seine Mitstreiter, sagt Möller, "sehen nicht, dass eine Nachnutzung geklärt ist".

Es geht schneller, sagt Thomas Bauske

Anders sieht das der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske. Er, wie Stefan Specht (CSU), Thomas Hacker (FDP) und Iris Jahn (JB) Befürworter eines Neubaus der Graserschule an der Cottenbacher Straße, zeigt sich auf Nachfrage überrascht über die klare Haltung des Institutsleiters Holger Edlich-Wolfshöfer. "Meine Information war, dass er sich alle Optionen offen halten will." Man könnte dem Fachlehrerinstitut jetzt schon Räume anbieten, "weil ja einige Räume leer stehen in der Graserschule", sagt Bauske. Auch die Zeitschiene sieht er nicht ganz so pessimistisch. "Die Änderung des Flächennutzungsplans haben wir im vergangenen Jahr noch in Auftrag gegeben. Das läuft." Wie Bauske sagt, könnte dann ab dem Schuljahr 2018/19 eine neue Schule bezogen werden. Wenn der Bürgerentscheid diese Lösung ergeben sollte. Dann könnte man die Graserschule sanieren.

Tatsächlich nicht bedacht habe er das Parkplatzproblem. "Die sind rund um die Graserschule nicht darstellbar, das stimmt." Allerdings sollten auch hier Lösungen zu finden sein. Beispielsweise im Parkhaus an der Albrecht-Dürer-Straße. Und sollte sich diese Option mit dem Fachlehrerinstitut zerschlagen: "Es gibt noch andere Alternativen. Das Straßenverkehrsamt und den Verkehrsüberwachungsdienst könnte man in die Graserschule bringen. Dann könnte man das komplette Areal des Rathauses II verwerten. Wir haben schon Konzepte, die seriös sind."