Fabville-Festival Nur die Wiese beschallt?

Das Fabville-Gelände am Freitagnachmittag: Noch ist die Wiese leer. Rund 500 Festival-Besucher kamen nach Speichersdorf. Laut Veranstalter wurden 2000 Tickets verschenkt und 500 verlost. Foto: Johannes Hößl

SPEICHERSDORF. Um die geringen Besucherzahlen bei der Premiere des Elektronik-Festivals Fabville ist eine heftige Debatte in den sozialen Netzwerken entbrannt – auch auf der Seite des „Nordbayerischen Kuriers“. Jetzt hat sich der Veranstalter zu Wort gemeldet – und spricht von komplett anderen Ticket-Zahlen als vor der Veranstaltung. Trotzdem soll es eine Wiederauflage geben.

Das erste Fabville-Event lockte mit namhaften DJs wie Klingande, Niels van Gogh oder Le Shuuk. In Vorberichten und tagesaktuellen Artikeln begleitete auch der Kurier die Festival-Premiere: Von einer rauschenden Elektroparty auf höchstem Niveau am Freitag und „vielen“ Besuchern. Wie viele aber waren es genau? In Interviews sprach der Veranstalter immer wieder von 4500 Tickets, die verkauft worden seien. Überrascht reagierten Leser und Festival-Besucher allerdings, als sie ihr Elektro-Wochenende in Speichersdorf antreten wollten: Keine Spur von 4500 Festivalfans. Vor der großen Bühne tummelte sich an beiden Tagen laut übereinstimmenden Aussagen in sozialen Netzwerken jeweils eine dreistellige Zahl von Besuchern. Mehrfach allerdings hatte der Kurier am Wochenende versucht, die Veranstalter zu erreichen, um genaue Zahlen zu bekommen.

Zum Gespräch über falsche Zahlen nicht bereit

Zu einem Gespräch waren die Veranstalter nicht bereit. Mails, in denen der Kurier nach der genauen Zahl der verkauften Tickets fragte, blieben unbeantwortet. Peter Petersen, Projektleiter bei der veranstaltenden Firma Hößl Event, verweist auf einen Post im sozialen Netzwerk Facebook. Dort steht wörtlich: „Es war nicht so viel los, wie wir uns das erhofft hatten. Das stimmt zu 100 Prozent. Diesem Risiko waren wir uns aber vorher bewusst. Tatsache ist, dass wir neben den verkauften Tickets über 500 Tickets zusammen mit unseren DJs und Promotern verlost sowie 2000 Tickets verschenkt (!) haben!“ Im Gespräch zum Vorbericht am Dienstag hatte Petersen noch von „4000 Tickets im Vorverkauf“ gesprochen, am Freitagabend waren es dann schon „4500 verkaufte Tickets“. Tage vorher gingen die Veranstalter im Gespräch mit dem Kurier von bis zu „8000 Besuchern“ aus. Tatsache sei auch, so die Veranstalter auf Facebook, dass es „unzählige Anfragen“ gegeben habe, die Campground-Tickets zurückzugeben. Weil das Wetter schlecht war.

Das Wetter sei schuld

Vor Ort standen etwa 20 Zelte, das zeigen auch Fotos von Speichersdorfern, die der Redaktion vorliegen. Die Veranstalter hatten vor dem Event auf ihrer Seite im Internet geschrieben, dass der Zeltplatz „ausverkauft“ sei. Überhaupt sei das Wetter wesentlich schlechter gewesen, als es angekündigt worden sei. Auch dies sei den Besucherzahlen abträglich gewesen. „Am Freitag war von den vorausgesagten 28 Grad nichts zu spüren. Zum Finale am Samstag gab es erneut Regen über Stunden. Zugegeben, nicht besonders förderlich für ein Festival“, heißt es wörtlich in der Erklärung im Internet.

Neuauflage nächstes Jahr?

Trotzdem wollen die Veranstalter an Fabville festhalten. „Ob es im nächsten Jahr weitergeht? Auf jeden Fall! In derselben Größe, mit demselben Aufwand, mit demselben finanziellen Risiko. Und das so lange, bis diese Wiese aus allen Nähten platzt!“ Gerüchten, das Unternehmen habe sich mit dem Festival übernommen, widersprechen die Veranstalter: Fabville sei „eine übermäßig teure Produktion“, was dort an Technik und Manpower aufgewandt worden sei, „ist immens“. Aber: „Wir stecken das weg.“ Kein Wort zu den viel zu hohen erwarteten Besucherzahlen und den vergleichsweise wenig verkauften Karten. Mit dem Satz „also lassen wir die Kirche jetzt mal im Dorf und hoffen im nächsten Jahr auf besseres Wetter und bessere Bedingungen“ verabschiedet sich „Eure Fabville-Crew“ auf Facebook.

 

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