Extremismus Gedenken an Münchner Anschlagsopfer

Markus Söder gedenkt der Opfer des Anschlags. Foto: Peter Kneffel/dpa Foto: dpa

Vor fünf Jahren hat ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen, die meisten hatten einen Migrationshintergrund. In München wurde ihrer jetzt gedacht.

München - Beim Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in München vor fünf Jahren hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Kampf gegen Hasskriminalität und Hetze aufgerufen.

Der Rechtsextremismus wachse in der Gesellschaft wie ein Tumor, sagte er vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ), wo ein 18-Jähriger am 22. Juli 2016 aus Hass acht Jugendliche und eine Frau erschossen hatte, bevor er sich selbst tötete. "Das war eine klar politisch motivierte Gewalttat", erklärte Söder weiter. Anfangs war von einem Amoklauf aus Rache die Rede gewesen. Erst 2018 stuften die Behörden die Tat als rassistisch ein.

"Sie sind nicht allein"

Ähnlich hatte sich zuvor Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geäußert. Dieser Anschlag gehöre zur blutigen Spur des rechten Terrors, die sich seit Jahrzehnten durch Deutschland ziehe. Nichts auf der Welt werde die geliebten Menschen zurückbringen, die gestorben seien, weil ein Mörder seine menschenverachtenden, hasserfüllten Pläne in die Tat umgesetzt habe. Reiter versicherte die Angehörigen der Solidarität. "Wir sind hier. Sie sind nicht allein."

Wie tief der Schmerz bei den Familien der Münchner Opfer sitzt, machte Gisela Kollmann deutlich, deren Enkel Giuliano mit 19 Jahren am OEZ starb. "Es ist ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen worden."

In ihrer Rede erinnerte sie an Opfer anderer Anschläge wie in Hanau und Halle. "Wir müssen zusammenstehen, uns gegenseitig stützen und miteinander sprechen, um unsere Liebsten stets im Herzen zu bewahren", sagte sie. Dass auch die Tat in München inzwischen als rassistisch gelte, sei ein Trost und habe den Ermordeten die Würde zurückgegeben.

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