Oftmals sei sie mit „frustrierenden Schicksalen“ konfrontiert, sagt Patricia Effenhauser. Sie arbeitet in Bayreuth als Nachlasspflegerin bei der Diligentia Nachlass GmbH, die ihren Hauptsitz in Bad Kissingen hat. Sie wird dann tätig, wenn es nach dem Tod Probleme gibt. Wenn beispielsweise nicht geklärt ist, wer eigentlich Anspruch aufs Erbe hat, und das Nachlassgericht eine Nachlasspflegschaft anordnet. Mit den „frustrierenden Schicksalen“ meint Patricia Effenhauser etwa die Geschichte der Seniorin, die jahrelang im Haus ihres Lebensgefährten lebt. Als der Lebensgefährte mit über 80 Jahren stirbt, hinterlässt er kein Testament. Die Seniorin muss ausziehen. Oder der Stiefsohn, der nicht mehr im Elternhaus wohnen darf. Der Stiefvater hatte ihn vor seinem Tod weder adoptiert noch ein Testament hinterlassen. „Die Menschen werden oft vom Tod eingeholt“, sagt die Nachlasspflegerin. Und das gelte selbst für Hochbetagte – manche seien auch mit mehr als 80 Jahren noch nicht auf den Tod vorbereitet.