Bonn/Stuttgart - Nach seinem letzten großen Coup war Tony Martin ein gefragter Mann. Auf den WM-Sieg mit der deutschen Mixed-Staffel folgte im Pressezentrum in Brügge der Interview-Marathon. Die Journalisten löcherten den Radprofi nach dessen goldenem Karriereende („Es ist der beste Abschluss, den man sich wünschen kann – ein Traum“) fast zwei Stunden lang. Allerdings hätte die Gesprächsrunde am Mittwochabend sicher noch viel länger gedauert, wenn die Nationale Anti-Doping-Agentur nicht erst am Morgen danach ihr Urteil im Fall Björn Thurau veröffentlicht hätte. Weil die Meinung von Tony Martin über den Kollegen, der für neuneinhalb Jahre (!) gesperrt wurde, ziemlich interessant gewesen wäre.