Evangelische Kirche kritisiert Seehofer

Redaktion
Archivfoto: Tobias Hase/dpa Foto: red

Scharf hat der Landeskirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Ministerpräsident Horst Seehofer wegen seiner Äußerung über ein angebliches Ende der Willkommenskultur kritisiert.

Bisher sei es "verbindlicher Konsens von Politik und Kirchen" gewesen, die Willkommenskultur wertzuschätzen und zu fördern, sagte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Mittwoch in München. Falls sich der CSU-Chef von diesem Konsens verabschieden wolle, löse das "Unverständnis und Verärgerung" aus, hieß es weiter.

Im Zusammenhang mit der Einigung zwischen dem Bund und Bayern beim Streit über die Grenzkontrollen hatte Seehofer der Süddeutschen Zeitung gesagt, damit sei "das Ende der Willkommenskultur notariell besiegelt".

Dazu erklärte der Landeskirchenrat: «Auf der einen Seite bei Empfängen das Engagement der Ehrenamtlichen für Flüchtlinge zu loben, und auf der anderen Seite das Ende der Willkommenskultur zu proklamieren, ist ein Widerspruch. Dieser schadet der Glaubwürdigkeit der Staatsregierung ebenso wie dem entschiedenen gesamtgesellschaftlichen Eintreten gegen Rechtsextremisten, die sich bestätigt fühlen könnten.»

Landesbischof Bedford-Strohm stellte klar, dass nicht alle Menschen, die nach Deutschland kommen, auch hier bleiben könnten. Die Entscheidung darüber falle aber im Rahmen der rechtlichen Verfahren. Er erwarte, dass der Ministerpräsident seine Äußerungen – sollten sie zutreffend berichtet worden sein – rasch klarstelle.

dpa/red