Europe-Cup-Matchball Medi mit Zuversicht nach Lissabon

Unbeeindruckt vom reboundstärksten Team des Wettbewerbs zeigten sich die Bayreuther im Hinspiel gegen Benfica Lissabon. Sie hielten in der Rebound-Bilanz mit 26:30 gut mit und erzielten unter dem Korb sogar spektakuläre Punkte wie hier durch Lukas Meisner. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Zwei Spieltage stehen noch aus in der zweiten Gruppenphase des Fiba-Europe-Cups, doch bereits am Mittwoch könnte Medi Bayreuth den Gesamtsieg in Gruppe I aus eigener Kraft unter Dach und Fach bringen. Wenn es zum ungewohnten Termin um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei Benfica Lissabon gelingt, den 96:78-Sieg aus dem Hinspiel zu wiederholen, wäre der Bundesligist bereits vor dem abschließenden Heimspiel am Dienstag kommender Woche gegen Schlusslicht Spirou Charleroi uneinholbar. Der Gewinner des Verfolgerduells am letzten Spieltag zwischen Bakken Bears Aarhus und den Portugiesen könnte zwar auch dann noch rechnerisch nach Punkten gleichziehen, aber der direkte Gesamtvergleich würde in jedem Fall für die Bayreuther sprechen.

Ganz so souverän, wie es bei dieser Rechnung aussieht, ist die Position des Tabellenführers aber doch nicht. Durch zwei Niederlagen könnten die Bayreuther bei entsprechenden Ergebnissen der Mitbewerber sogar noch auf den dritten Platz abrutschen und damit das Viertelfinale verpassen.

Derlei Selbstzweifel hat man im Medi-Lager aber spätestens seit dem vergangenen Sonntag überwunden, als mit 86:75 gegen die Baskets Oldenburg erstmals in dieser Bundesligasaison ein Sieg gegen ein Team aus der Spitzengruppe gelungen ist. „Definitiv“ sei dieser Stellenwert des letzten Erfolges ein Faktor für die Stimmung in der Mannschaft, bestätigt Trainer Raoul Korner: „Das war vorher unser großes Ziel und ist jetzt ein entsprechend großes Thema – gerade auch wegen der überzeugenden Art und Weise, in der wir das geschafft haben.“

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Gute Erinnerungen an das Hinspiel

Anlass zur Zuversicht gibt auch die Erinnerung an das Hinspiel gegen Benfica Lissabon. Die Höhe des Sieges nach langem Rückstand bis zum 47:53 (23.) wurde durch die übrigen Ergebnisse des portugiesischen Vizemeisters noch aufgewertet. Nur in Charleroi gewann Benfica mit etwas weniger als zehn Punkten Unterschied (85:78) – aber auch nicht knapper als Medi Bayreuth an gleicher Stelle (97:90). In der heimischen Liga ist der traditionsreiche Großverein mit über 180 000 Mitgliedern sogar schon seit 13 Spielen ungeschlagen, so dass er mit 16:1 Siegen gleichauf mit dem Lokalrivalen Sporting an der Spitze liegt. Am vergangenen Wochenende gelang im Schlagerspiel gegen den Tabellendritten FC Porto ein 80:69-Erfolg, obwohl mit Eric Coleman und Betinho Gomes zwei Leistungsträger für die mögliche große Aufstellung mit Zweimeterleuten auf vier Positionen nicht zur Verfügung standen. Dafür spielte der Ex-Bayreuther Gary McGhee unter dem Korb eine größere Rolle als sonst mit 17 Punkten und neun Rebounds.

Doch schon beim Hinspiel gegen die komplette Benfica-Besetzung ließen sich die Bayreuther von der körperlichen Stärke der besten Rebound-Mannschaft im gesamten Fiba-Europe-Cup (42,7 pro Spiel) kaum beeindrucken. „Mit unseren eigenen Stärken unter dem Korb können wir das ganz gut matchen“, erklärt Korner. Daher sieht er eher den Gegner gefordert, sich etwas einfallen zu lassen: „Benfica hatte damals große Probleme mit dem Druck unserer Verteidigung, weil nur ein Ballhandler auf dem Feld stand. Da haben sie den Ball reihenweise weggeworfen. Wir werden sehen, ob sie darauf eine Antwort gefunden haben.“ Korner seinerseits steht das komplette Aufgebot zur Verfügung.