Europareise des Medi-Teams zu Ende

Von Dino Reisner

Die Erfolgsgeschichte von Medi Bayreuth in der Champions League hat im Viertelfinale ihr Ende gefunden. Durch eine 77:89 (42:43)-Heimniederlage am Mittwochabend im Viertelfinal-Rückspiel gegen die Riesen Ludwigsburg verpasste die Mannschaft von Trainer Raoul Korner die Qualifikation für das Final-Four-Turnier der besten vier Teams.

Der Einsatz von Centerspieler Assem Marei war auch gegen Ludwigsburg einmal mehr vorbildlich: Mit 18 Punkten und acht Rebounds schrammte der Ägypter nur knapp an einem Double-Double vorbei. Foto: Peter Kolb Foto: red

Das Hinspiel vor einer Woche hatte Medi auswärts mit 86:81 gewonnen. Die Addition beider Ergebnisse sprach aber mit 170:163 für die Schwaben, die am 4./6. Mai an einem noch zu bestimmenden Ort um den Titel im dritthöchsten europäischen Vereinswettbewerb nach Euroleague und Eurocup kämpfen werden. Viel Zeit, sich über die verpasste Gelegenheit zu ärgern, bleibt den Bayreuthern aber nicht: Bereits am Freitag (19 Uhr) sind in der Bundesliga die Skyliners Frankfurt zu einem Schlüsselspiel im Kampf um die Playoff-Teilnahme zu Gast in der Oberfrankenhalle.

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17:27 Punkte im letzten Viertel

Entscheidend für die Niederlage war neben der mauen Trefferquote von nur 40 Prozent aus dem Feld (Ludwigsburg 50) ein schwaches Schlussviertel, das die Gäste mit 27:17 für sich entschieden. Vor allem Centerspieler Justin Sears bekamen die Bayreuther hier nicht in den Griff. Der US-Amerikaner erzielte 13 seiner 15 Punkte in den letzten sieben Minuten. Topscorer bei Medi war James Robinson mit 19 Punkten (fünf Dreier), Assem Marei glänzte mit 18 Punkten und acht Rebounds. Kapitän Bastian Doreth stand nach seiner Fußverletzung und einem Spiel Pause wieder knapp neun Minuten auf dem Parkett.

Die 3400 Zuschauer (ausverkauft) erlebten ein kampfbetontes erstes Viertel mit vielen Fehlwürfen auf beiden Seiten. Medi konnte sich auf acht Punkte (16:8) absetzen, aber die Gäste glichen bis Viertelende zum 20:20 aus. Im zweiten Abschnitt fanden diese schneller zu ihrer Treffsicherheit und zogen mit zehn Punkten hintereinander auf 33:24 davon (14. Minute) – erstmals war der Bayreuther Fünf-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel aufbraucht. Knapp vier Minuten blieb Medi seinerseits ohne Korberfolg. Erst eine Auszeit von Trainer Korner stoppte den Ludwigsburger Lauf. Durch Dreier von Robinson (zwei) und Linhart (einer) kam sein Team bis zur Pause wieder bis auf einen Punkt heran (42:43).

Im dritten Viertel liefen die Bayreuther weiter einem Rückstand hinterher, der zwischen einem und acht Punkten (51:59/28. Minute) pendelte. Im Schlussabschnitt wuchs die Spannung ins Unermessliche. Marei konnte zum 62:62 ausgleichen, doch dann lief Sears zu Höchstform auf. Der Rückstand wuchs Punkt um Punkt. Eineinhalb Minuten vor Schluss war beim 71:85 die Entscheidung gefallen.

Statistik

Medi Bayreuth: ROBINSON (19 Punkte/1 Foul), Cox (0/3), LINHART (8/1), Doreth (2/1), SEIFERTH (7/3), Wachalski (3/2), Amaize (2/3), Perschnik, BROOKS (11/4), YORK (7/2), Adler, Marei (18/2); Dreier: 10 (Robinson 5, Linhart 2, Brooks 2, York 1); Rebounds: 34 (23 defensiv, 11 offensiv).

Riesen Ludwigsburg: WALKUP (6/1), Evans (9/2), Johnson (16/4), MCCRAY (11/3), Sears (15/3), Geske (2/1), PETER-MCNEILLY (12/2), Koch (0/0), Herzog, Seric, WALESKOWSKI (6/4), COOK (12/5); Dreier: 8 (McCray 3, Peter-McNeilly 2, Johnson 1, Cook 1, Evans 1); Rebounds: 38 (26 defensiv, 12 offensiv).

Schiedsrichter: Sahin (Türkei), Lucis (Lettland), Kozlovskis (Litauen); Zuschauer: 3400 (ausverkauft).