Europäisches Niveau Heimturnier als Höhepunkt der Vorbereitung

Das Taktikbrett gewinnt gegen Ende der Vorbereitung zunehmend an Bedeutung. Zehn Tage vor dem Bundesligastart wird Medi-Trainer Raoul
Korner (Mitte) in dieser Hinsicht noch mehr Register ziehen als beim Turnier in Trier, wo dieses Bild entstand. Foto: Sebastian J. Schwarz

BASKETBALL. Das eigene Turnier um den Actic-Cup markiert am kommenden Wochenende den Höhepunkt in den Vorbereitungen von Medi Bayreuth für die neue Bundesligasaison. Das gilt für den Zeitpunkt nur etwas mehr als eine Woche vor dem Punktspielstart gegen Brose Bamberg am 24. September, aber vor allem auch für die Qualität der Gegner.

Schließlich eröffnen die Gastgeber den Wettbewerb am Samstag um 17 Uhr gegen Darüssafaka Istanbul aus der starken türkischen Liga. Und auch im folgenden Bundesliga-Duell um 19.30 Uhr zwischen Brose Bamberg und Riesen Ludwigsburg treffen zwei Teams aufeinander, die sich europäisches Niveau zum Maßstab nehmen. Die Verlierer spielen am Sonntag um 14.30 Uhr gegeneinander, ehe sich die Gewinner um 17 Uhr im Finale gegenüberstehen.

Bei diesem Modus ist es also möglich, dass sich die oberfränkischen Erzrivalen nur neun Tage vor ihrem Duell zum Punktspielstart bereits auf dieser Ebene begegnen. Die Frage, ob das wünschenswert wäre, umgeht Medi-Trainer Raoul Korner elegant: „Es liegt ja nicht an uns. Wir schauen, was bei unserem Spiel rauskommt, und dann können sich anschließend die Bamberger überlegen, ob sie gegen uns spielen wollen. Diese Entscheidung überlasse ich ihnen gerne.“

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Dabei verhehlt er nicht, dass so kurz vor dem Saisonstart schon ein paar Karten mehr auf den Tisch gelegt werden müssten als in den vergangenen Wochen: „Der Sieg ist in so einem Spiel noch immer nicht unsere oberste Priorität, aber es mag schon sein: Wenn am Ende die Chance auf den Sieg besteht, werden wir sie auch wahrzunehmen versuchen.“ Auch während des Spielverlaufs könne die Taktik eine größere Rolle spielen als bisher: „Es ist ja auch ein Teil der Vorbereitung, dass man lernt, sich auf Veränderungen einzustellen.“

Trotzdem hat sich Korner mit Darüssafaka Istanbul nicht im Detail befasst: „Wir konzentrieren uns immer noch zuerst auf uns.“ Kein Zweifel könne aber daran bestehen, dass man einen türkischen Vertreter stets als „extrem stark“ einschätzen müsse. Etwas „typisch Türkisches“ sei dabei schwer zu benennen: „Das ist nicht so eklatant wie in manchen anderen Ländern, beispielsweise Spanien. Die türkische Liga ist der deutschen gar nicht unähnlich. Es geht physisch zu, und das Spiel ist amerikanisch geprägt.“

Falls nicht doch noch ein Missgeschick dazwischen kommt, wird das Medi-Team die Aufgabe mit der bestmöglichen Besetzung in Angriff nehmen können. „Tatsächlich ist es das erste Mal in unserer Vorbereitung, dass ich das vermelden kann“, sagt Trainer Korner. Fehlen würde demnach nur Andreas Seiferth, der wegen seiner Schulterverletzung trotz guter Genesungsfortschritte auch die ersten Bundesligaspiele verpassen wird.

Darüssafaka: Ausländerstelle für einen Deutschen

Darüssafaka Spor Kulübü wurde 1914 in Istanbul gegründet. Anfang der 1960er Jahre feierten die Türken zwei Landesmeisterschaften (1961, 1962), im April 2018 sicherten sie sich nach jahrzehntelanger Durststrecke mit dem Eurocup wieder einen Titel. Für Mithat Demirel war dies die Krönung und der Schlusspunkt unter sein knapp dreijähriges Schaffen als General Manager. Inzwischen arbeitet der deutsche Ex-Nationalspieler als Berater für Darüssafakas Hauptsponsor Dogus, einen großen türkischen Mischkonzern.

Als Tabellenzehnter verpasste die Mannschaft von Headcoach Selcuk Ernak (49) in der zurückliegenden Saison die Playoffs. Die Euroleague-Hauptrunde beendete sie mit nur fünf Siegen aus 30 Spielen als Tabellenletzter. In den zurückliegenden Wochen folgte daraufhin ein großer personeller Wechsel. Von Roter Stern Belgrad kam als neuer Kopf der Mannschaft der erfahrene US-Spielmacher Joe Ragland. NBA-Erfahrung, jeweils bei den Milwaukee Bucks, können Combo Guard Doron Lamb (Lavrio/GRE) und Small Forward Bonzie Colson Junior (Wisconsin Herd/G-League) vorweisen. Von AS Monaco kam Power Forward Jarrod Jones.

Die erfahrenen türkischen Ex-Nationalspieler Sinan Guler (35 Jahre, Fenerbahce) und Erkan Veyseloglu (36 Jahre, Besiktas) wechselten stadtintern zu Darüssafaka, während eine Ausländerposition an einen Deutschen ging: 2,06-Metermann Mahir Agva, 1996 als Sohn türkischer Eltern in Reutlingen geboren, zog es nach BBL-Stationen in Tübingen und Frankfurt sowie in den beiden letzten Jahren bei den Gießen 46ers an den Bosporus.

 

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